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Diese Artikelserie über meine Südamerika- und Antarktis-Reise besteht aus zwei Teilen:
- Teil 1: Wie plane ich diese Reise? (dieser Artikel)
- Teil 2: Meine Südamerika Reise: Route, Highlights & Erfahrungen
Nur wenige Tage nachdem ich noch zwischen Pinguinen und Eisbergen in der Antarktis stand, saß ich schwitzend auf der Dachterrasse meines Hotels in Panama-Stadt. Genau diese Kontraste haben meine neunwöchige Reise durch Uruguay, Argentinien, die Antarktis, Panama und Kolumbien geprägt, mit einem Motto, das alles perfekt zusammenfasst: Eis und Palmen.
Diese Südamerika Rundreise planen, das war für mich weit mehr, als nur eine Route auf die Landkarte zu zeichnen. Denn ich sehe im Reisen weit mehr als das bloße Erkunden neuer Orte. Es geht um Erlebnisse, Freiheit, persönliche Entwicklung und darum, die eigene Komfortzone zu verlassen. Ganz konkret ging es dieses Mal um Länder, Klimazonen und Kulturen, die kaum unterschiedlicher sein könnten, und um eine Antarktis-Expedition, die als fester Ankerpunkt meine ganze Route bestimmt hat.
Das erwartet dich in diesem Artikel:
Im zweiten Teil geht es dann um meine Route, den Transport zwischen den Stationen, die Antarktis-Expedition, meine persönlichen Erfahrungen und Highlights sowie die Kosten im Detail.

Warum diese ungewöhnliche Länder-Kombination?
Die Antarktis war von Anfang an der feste Ankerpunkt meiner gesamten Planung. Der Abfahrtstermin stand als Einziges schon vorab fest und bestimmte damit automatisch, dass meine Reise in Ushuaia startete, und mit ihm einen Teil meiner Route durch Argentinien.
Weil Panama geografisch zu Mittelamerika zählt, könnte man diese Reise auch als Lateinamerika Rundreisebezeichnen. Ich bleibe hier trotzdem bei Südamerika Rundreise, weil der Großteil meiner Route dort liegt.
Wenn du selbst überlegst, eine Antarktis-Expedition mit einer Südamerika Rundreise zu verbinden, würde ich dir genau diese Reihenfolge empfehlen: zuerst die Expedition buchen, danach alle Flüge drumherum planen. Baue dabei unbedingt genug Puffer vor und nach der Expedition ein. Ein verspäteter Flug darf niemals dazu führen, dass du dein Schiff verpasst.
Ushuaia eignet sich dafür ideal: Die meisten Antarktis-Expeditionen starten ohnehin von hier aus, gleichzeitig liegt die Stadt am südlichsten Zipfel Argentiniens, direkt an der Grenze zu Chile. Du kannst dort schon vor der Expedition ein paar Tage verbringen und danach direkt weiter durch Argentinien oder sogar nach Chile reisen. Mehr zu Ushuaia selbst findest du in meinem Ushuaia-Reisebericht.
Genau diese Kombination hat meine Reise am Ende so besonders gemacht: erst Wärme, Ruhe und südamerikanisches Lebensgefühl, kurze Zeit später stand ich auf einem Expeditionsschiff zwischen Eisbergen und Pinguinen, genau das Gefühl, das mein Motto von Anfang an eingefangen hat.
Für wen eignet sich diese Südamerika Rundreise?
Diese Route ist kein klassischer Urlaub in Südamerika von der Stange, sondern eine individuelle, flexible Reise. Genau diese Offenheit solltest du selbst mitbringen.
Lohnt sich eine solche Route für dich?
Ja! Besonders wenn du…
✓ individuell reist und gerne verschiedene Reisearten miteinander verbindest, von Backpacking bis Komfort
✓ Lust auf richtig große Kontraste hast: Großstädte, Natur, Abenteuer, komplett unterschiedliche Klimazonen
✓ selbst gerne planst, aber unterwegs trotzdem flexibel bleiben willst
✓ auch mal spontan entscheidest, wohin es als Nächstes geht
Eher nicht, wenn du…
✗ ein durchgeplantes Programm ganz ohne Überraschungen suchst
✗ mit ständigen Wechseln in Klima, Wetter, Höhenlage, Essen, Mentalität, Kultur und teils sogar der Zeit schlecht klarkommst
✗ lieber schon Monate vorher jedes Detail bis zum letzten Tag festlegst

Zur Ehrlichkeit gehört dazu: Die Planung selbst war für mich nie das Anstrengende. Ich liebe es, Reisen zu organisieren, und bin mittlerweile ziemlich routiniert darin. Die ständigen Wechsel selbst waren es, die mich körperlich immer wieder gefordert haben.
Meine Route stand bei der Abreise übrigens auch bewusst noch nicht komplett fest, dazu gleich mehr im nächsten Abschnitt.
Reisedauer und die richtige Reisezeit
Meine Reise fand von Anfang März bis in den Mai 2026 hinein statt, neun Wochen zwischen Uruguay und Kolumbien. Die eine beste Reisezeit für Südamerika gibt es für eine Route wie diese eigentlich nicht, dafür sind die Klimazonen zu unterschiedlich. Während in Panama und Kolumbien ganzjährig tropische Temperaturen herrschen, ist die Antarktis nur zwischen Ende Oktober und März überhaupt bereisbar. Welche Reisezeit für welche einzelne Station am besten passt, beantworte ich dir im FAQ von Teil 2.
Südamerika Reise planen: Meine Buchungsreihenfolge
Bei meiner Südamerika Reiseplanung begannen die konkreten Buchungen rund eineinhalb Monate vor der Abreise. Zu diesem Zeitpunkt stand vor allem das Grundgerüst fest, während ich beim Rest bewusst flexibel bleiben wollte.
So bin ich vorgegangen:
- Antarktis-Expedition: Das Datum stand fest und wurde zum wichtigsten Fixpunkt der gesamten Reise
- Langstreckenflüge
- Versicherungen: Ehrlich gesagt mehr Aufwand als gedacht, dazu gleich mehr im eigenen Versicherungs-Kapitel
- Flüge nach Ushuaia und zurück: direkt an den festen Expeditionstermin gekoppelt
- Erste Unterkünfte und grobe Routenüberlegung in Uruguay
Alles andere ließ ich bewusst offen. Uruguay und Argentinien waren relativ früh fix, mein Rückflug ab Bogotá stand ebenfalls von Anfang an fest, Kolumbien war also ebenso klar. Bei Panama war ich mir dagegen lange unsicher und hatte zwischenzeitlich sogar die Dominikanische Republik als Alternative im Kopf. Erst während der Reise wurde klar, dass sich Panama in Kombination mit Kolumbien einfach gut anbot, vor allem bei den Flugverbindungen. Vor meiner Abreise stand also noch gar nicht fest, dass ich überhaupt nach Panama fliegen würde.
Was du unbedingt vorher fixieren solltest
Ganz oben steht bei einer solchen Reise die Antarktis-Expedition, weil automatisch weitere Termine davon abhängen. Danach würde ich die Langstreckenflüge buchen und anschließend alle Flüge, die an einen festen Termin gebunden sind, bei mir vor allem die Verbindung nach Ushuaia vor der Antarktis und die Rückreise danach.
Auch eine Unterkunft in Ushuaia vor und nach der Expedition würde ich vorab reservieren. Gerade wenn viele Expeditionsschiffe gleichzeitig starten, willst du nicht darauf angewiesen sein, kurzfristig noch etwas Passendes zu finden.


Was sich problemlos spontan buchen lässt
Den Rest kannst du deutlich entspannter angehen. Unterkünfte, Touren und kleinere Transfers habe ich größtenteils erst während der Reise gebucht. Das hat mir die Freiheit gegeben, Aufenthalte zu verlängern, Pläne zu verschieben oder spontan noch ein weiteres Land einzubauen, genau das ist am Ende mit Panama passiert.
Das Gleiche gilt für die meisten Inlandsflüge: Bis auf die Verbindung nach Ushuaia und zurück, die ja direkt an die Antarktis-Expedition gekoppelt war, habe ich alle weiteren Inlandsflüge erst unterwegs gebucht, je nachdem, wie sich die Route gerade entwickelt hat.
Einreise, Dokumente und Weiterreisetickets
Bei einer Reise durch mehrere Länder solltest du nicht nur die Einreisebestimmungen jedes einzelnen Landes prüfen, sondern vor allem auf Nachweise über deine Weiter- oder Rückreise achten. Genau das wurde bei mir tatsächlich relevant: Sowohl in Buenos Aires beim Check-in für meinen Flug nach Panama als auch später in Panama beim Check-in nach Kolumbien wollte das Personal mein Weiterflugticket beziehungsweise mein nächstes Reiseziel sehen.
Auch wenn bestimmte Nachweise am Ende nicht überall kontrolliert wurden, würde ich mich darauf nicht verlassen. Für eine länderübergreifende Reise mit zwei Kontinenten empfehle ich dir, diese Unterlagen griffbereit und zusätzlich digital gespeichert dabei zu haben:
- Reisepass und eine Kopie davon
- Alle wichtigen Flugbuchungen
- Weiter- beziehungsweise Rückflugtickets
- Hotelbuchungen für die ersten Tage im jeweiligen Land
- Versicherungsnachweis
- Buchungsbestätigung der Antarktis-Expedition
- Wichtige Notfallkontakte
Wichtig: Die konkreten Einreiseanforderungen, Formulare und Nachweise ändern sich immer wieder und hängen zusätzlich vom jeweiligen Reisepass ab. Prüfe vor deiner Abreise deshalb für jedes Land die aktuellen offiziellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts und kontrolliere insbesondere, ob ein Weiterreiseticket verlangt oder beim Check-in nachgefragt werden könnte.
Kurz zur Einordnung, was offiziell zusätzlich gilt, auch wenn ich selbst nie explizit danach gefragt wurde: Für Panama ist seit Ende 2024 ein digitales Einreiseformular Pflicht, das alle ausländischen Reisenden vorab online ausfüllen müssen. Für Kolumbien gilt das sogenannte Check-MIG, eine kostenlose Online-Vorregistrierung bei der Migrationsbehörde, die spätestens 72 Stunden vor Ein- oder Ausreise erledigt werden sollte. Wie streng das am Flughafen tatsächlich kontrolliert wird, scheint sehr unterschiedlich zu sein, bei mir hat niemand danach gefragt. Trotzdem: Das Formular ist in wenigen Minuten ausgefüllt und erspart dir im Zweifel unnötigen Stress.
eSIM und Internet unterwegs
Für neun Wochen auf dieser Route wollte ich nicht ständig neue SIM-Karten kaufen. Ich hatte deshalb eine Holafly-eSIM für Lateinamerika, die ich über die komplette Reise nutzen konnte. Besonders praktisch: Beim Länderwechsel musste ich nichts neu installieren oder tauschen, die eSIM blieb einfach auf dem Handy und funktionierte im nächsten Land direkt weiter.
Das war für Uber, Navigation, Übersetzungs-Apps, Online-Banking und spontane Buchungen wirklich Gold wert. Für mich war die länderübergreifende eSIM definitiv eine der praktischsten Anschaffungen der ganzen Reise.
Hol dir deine eSIM mit Rabatt:
- Airalo* – eSIMs mit 10 % Rabatt (Code: MEIKE10)
- Holafly* – unbegrenztes Datenvolumen (5 % sparen mit dem Code MEIKEREIST)
Sprache: Zurechtkommen mit und ohne Spanischkenntnisse
Ich spreche selbst Spanisch und konnte die Reise nutzen, um es wieder richtig zu aktivieren. Gerade abseits der großen Hotels und touristischen Anbieter war das enorm praktisch.
Wenn du kein Spanisch sprichst, würde ich trotzdem keine Angst vor der Reise haben. In den touristischeren Bereichen kommst du oft mit Englisch weiter, aber längst nicht überall. Installiere dir vor der Abreise am besten Google Translate mit heruntergeladenem Offline-Sprachpaket sowie Offline-Karten.
Ein paar einfache spanische Sätze für Restaurant, Hotel, Transport und Notfälle sind ebenfalls Gold wert. Schon grundlegendes Spanisch macht vieles unkomplizierter und sorgt oft dafür, dass du leichter mit Einheimischen ins Gespräch kommst.


Gesundheit, Impfungen und Reisemedizin
Bei einer längeren Reise durch mehrere Klimazonen solltest du das Thema Gesundheit nicht erst kurz vor dem Abflug angehen. Zur Auslandskrankenversicherung und Reiserücktrittsversicherung findest du im nächsten Kapitel alle Details, hier geht es vor allem um Mückenschutz und Impfungen.
Durch Panama und Kolumbien spielt Mückenschutz eine wichtige Rolle. Ich schwöre hier auf Nobite und Anti Brumm. Gerade in tropischen Gebieten solltest du dabei nicht nur an Dengue denken, sondern dich vor der Reise auch individuell zu Malaria und Gelbfieber beraten lassen.
Bei den Impfungen hatte ich selbst einige offene Fragen, unter anderem weil meine Gelbfieberimpfung bereits mehr als zehn Jahre zurücklag und ich dazu unterschiedliche Aussagen bekam. Ich habe mich letztlich gegen eine erneute Impfung entschieden. Bei einer solchen Reise solltest du solche Fragen aber unbedingt mit einem Tropeninstitut oder einer entsprechend spezialisierten reisemedizinischen Stelle klären, statt dich auf allgemeine Internetangaben zu verlassen.
Auch bei einer möglichen Dengue-Impfung oder Malariaprophylaxe würde ich keine pauschale Empfehlung aussprechen, das hängt stark von deiner persönlichen Vorgeschichte und der aktuellen reisemedizinischen Einschätzung ab.
Versicherungen für Südamerika und die Antarktis
Neun Wochen, vier Länder und eine Antarktis-Expedition, dafür ist eine solide Absicherung kein optionales Extra. Ich brauchte am Ende drei Bausteine: eine neue Auslandskrankenversicherung mit ausreichender Reisedauer, eine Reiserücktritts- und Reiseabbruchversicherung auf den tatsächlichen Reisepreis, und eine Handyversicherung als zusätzliche Absicherung.
| Versicherung | Was? | Preis |
|---|---|---|
| TravelSecure* | Reiserücktritt & Reiseabbruch (Versicherungssumme 6.000 €) | 189 € |
| HanseMerkur* | Auslandskrankenversicherung inkl. Antarktis-Absicherung | 81,25 € |
| Hepster* | Handyversicherung | 82,45 € |
TravelSecure und Hepster liefen als Jahrespolicen, die habe ich aber gezielt für diese Reise abgeschlossen. Die Auslandskrankenversicherung bei HanseMerkur habe ich dagegen ausschließlich für meinen tatsächlichen Reisezeitraum genommen.
Versicherungen für die Antarktis: Meine Recherche im Detail
Die Reiserücktrittsversicherung war schnell erledigt: Ich hab bei TravelSecure eine neue mit der richtigen Deckungssumme von 6.000 € abgeschlossen, angepasst an den tatsächlichen Wert meiner Reise. Deutlich mehr Kopfzerbrechen hat mir die Auslandskrankenversicherung bereitet.
Was deine Police für eine Antarktis-Expedition mindestens abdecken sollte:
- Notfallevakuierung zum nächsten Krankenhaus, bei Unfall, Verletzung oder Krankheit
- Medizinische Kosten, mit einer Mindestdeckung von 50.000 USD
- Rückführung im Todesfall
- Notfall-Evakuierung mit einer Mindestdeckung von 250.000 USD, manche Reedereien verlangen sogar mehr
- Absicherung bei Tod und schwerer Erkrankung
- Idealerweise 100 % Kostenübernahme, ohne Eigenbeteiligung oder Kostenlimit
Der Knackpunkt: Evakuierungs-Deckungssumme. Ich hatte direkt bei meiner bestehenden Auslandskrankenversicherung nachgefragt, ob die geforderte Deckungssumme für eine medizinische Evakuierung enthalten ist. War sie nicht. Also musste eine neue her, gezielt für meinen Reisezeitraum. Diese strengen Anforderungen der Reedereien orientieren sich an den Standards der IAATO, der internationalen Dachorganisation für sicheren und verantwortungsvollen Antarktis-Tourismus.

Der Blick auf spezialisierte Polar-Versicherer. Auf der Suche bin ich auf mehrere internationale Anbieter gestoßen, die zusätzliche Deckung speziell für Polarexpeditionen anbieten, unter anderem IMG, WorldTrips (Atlas Travel Insurance) und Rise & Shield. Die Preise dafür lagen bei mir in der Recherche zwischen rund 20 und 230 USD, Rise & Shield war dabei die teuerste und gleichzeitig die mit der höchsten Deckungssumme.
Die Verwirrung um die „richtige“ Lösung. Ich hab ziemlich viel hin und her recherchiert, mit anderen deutschen Reisenden gesprochen und sogar einen Versicherungsmakler gefragt, der ehrlich zugab, von einer speziellen Zusatzversicherung für Antarktis-Evakuierungen noch nie gehört zu haben. Die meisten anderen deutschen Passagiere an Bord hatten ebenfalls keine gesonderte Polar-Zusatzpolice, sondern schlicht eine normale Auslandskrankenversicherung, in den meisten Fällen ebenfalls bei der HanseMerkur.
Die Entscheidung. Am Ende hat meine Buchungsagentur grünes Licht gegeben: Die HanseMerkur reicht aus. Zwar sind explizite Bergungskosten nicht enthalten, das schien in der Praxis aber nicht entscheidend zu sein. HanseMerkur bestätigte mir schriftlich:
„Die abgeschlossene Versicherung umfasst unter anderem: medizinisch notwendige ambulante und stationäre Behandlungen, ohne Kostengrenze, es werden auch Behandlungskosten über 100.000,00 EUR/USD übernommen.“
Genau diese 100-prozentige Kostenübernahme ohne Obergrenze war für mich das entscheidende Argument.
Und im Endeffekt: Bei der Einschiffung wollte tatsächlich niemand meinen Versicherungsnachweis sehen. Eine zusätzliche Polar-Zusatzversicherung habe ich am Ende nicht gebraucht, alles ist gut gegangen.
Mein Tipp aus dieser Erfahrung: Frag bei deiner bestehenden Auslandskrankenversicherung konkret nach der Deckungssumme für medizinische Evakuierung, nicht nur allgemein nach „Auslandskrankenversicherung“. Und falls du wie ich am Ende unsicher bist: Eine Rückfrage bei deiner Buchungsagentur oder Reederei bringt oft mehr Klarheit als stundenlanges Recherchieren im Internet.
Noch ein praktischer Reisetipp am Rande: Ich hab bewusst mehrere Puffertage vor und nach der Expedition eingeplant und meinen Rückflug ab Ushuaia nicht direkt für den Tag der Ausschiffung gebucht. Flugverspätungen oder eine verspätete Rückkehr des Schiffs kannst du nicht kontrollieren, ausreichend Puffer schon.

Sicherheit auf einer Südamerika Rundreise
Rund um das Thema Südamerika Sicherheit kursieren viele Vorurteile und pauschale Warnungen. Wer zum Beispiel beim Auswärtigen Amt nachliest, bekommt es dabei schnell mit der Angst zu tun. Am Ende war aus meiner eigenen Erfahrung aber alles nur halb so schlimm. Meine ehrliche Erfahrung sieht differenzierter aus, hier alles Land für Land.
Meine Erfahrungen Land für Land
Am entspanntesten habe ich mich in Uruguay, Ushuaia und Boquete gefühlt, dort musste ich mir über Sicherheit nie wirklich Gedanken machen. In den Großstädten sah das anders aus, aber auch dort nicht durchgehend gleich.
Buenos Aires hatte für mich eine besondere Vorgeschichte: Vor vielen Jahren wurde ich dort einmal bestohlen, ausgerechnet in einem Reisebüro. Genau deshalb wollte ich der Stadt diesmal eine zweite Chance geben, und die hat sie sich verdient. Ich erlebte spürbar mehr Polizeipräsenz und Kameras als früher und war auch abends allein mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, ohne mich je unwohl zu fühlen.
In Kolumbien war ich insgesamt aufmerksamer unterwegs als in den anderen Ländern zuvor. Im Zentrum von Medellín wurde einer Teilnehmerin während einer Führung das Handy aus der Tasche gestohlen. Das bedeutet nicht, dass du das Zentrum meiden solltest, aber Wertsachen nah am Körper zu tragen und in Menschenmengen wachsam zu bleiben, zahlt sich dort aus.
Ganz wichtig ist mir zu betonen: Am Ende ist mir auf der gesamten Reise nichts passiert. Die einzige echte Panne war, dass ich mich einmal aus meinem Hostelzimmer und einmal von einer Dachterrasse ausgesperrt habe, in beiden Fällen war lustigerweise gerade niemand vor Ort, der mir hätte helfen können. Alles andere war reine Vorsicht, die sich im Nachhinein als unnötig herausstellte, aber genau deshalb würde ich sie jederzeit wieder genauso treffen.


Digitale Sicherheit
Das war der Teil meiner Vorbereitung, der mich ehrlich gesagt am meisten Zeit gekostet hat, und gleichzeitig der, der mir das größte Sicherheitsgefühl gegeben hat. Denn eigentlich hatte ich vor Diebstahl selbst kaum Angst, ein Handy ist nur etwas Materielles. Meine echte Sorge war eine andere: Was passiert mit meinen Fotos und persönlichen Daten, wenn sie in fremde Hände geraten?
Damit du das Ganze richtig einordnen kannst: Normalerweise habe ich gar keinen Code auf meinem iPhone, weder unterwegs noch im Alltag. Diesmal war es anders, wahrscheinlich auch, weil ich ausgerechnet in Südamerika vor Jahren das erste, einzige und bisher letzte Mal bestohlen wurde.
Zwei Dinge waren mir deshalb am wichtigsten: dass niemand in mein E-Mail-Postfach kommt, weil darüber theoretisch jedes andere Konto zurückgesetzt werden kann, und dass niemand ins iPhone selbst kommt.
Das habe ich konkret vorbereitet:
Vor der Reise:
- Starken Code und Face ID auf dem iPhone aktiviert
- Zwei-Faktor-Authentifizierung für die Apple-ID sowie für mein GMX-Postfach eingerichtet, dazu einen Wiederherstellungsschlüssel für GMX notiert
- Einen Account-Wiederherstellungskontakt bei Apple hinterlegt, eine Person, die mir notfalls zurück in meine Apple-ID helfen kann
- Ein Zweithandy als Backup mitgenommen
- Wichtige Passwörter und Notfallnummern (Karten, Banken, Mobilfunk) separat notiert und eine Kopie meinen Eltern gegeben
- Bei Vodafone die Service-PIN erfragt und notiert, die brauchst du, um am Telefon deine SIM-Karte sperren zu lassen, ganz ohne sie kommst du im Ernstfall gar nicht durch die Verifizierung
Was ich vorab bei Apple recherchiert habe, falls das Handy tatsächlich gestohlen wird:
- Sofort über iCloud.com beziehungsweise ein anderes Gerät den Modus „Verloren“ aktivieren, das sperrt das iPhone mit einem Code und zeigt eine Nachricht mit deiner Kontaktmöglichkeit auf dem Sperrbildschirm an
- Danach den Mobilfunkanbieter kontaktieren, damit SIM und Datennutzung gesperrt werden
- Das Gerät bei appleid.apple.com aus der Liste deiner vertrauenswürdigen Geräte entfernen, sobald der Diebstahl geklärt ist. Falls du wie ich eine Handyversicherung hast, lohnt es sich, erst den Schadensfall klären zu lassen, bevor du das Gerät endgültig aus deinem Account löschst
- Bei einer deutschen SIM-Karte würde ich sie am besten komplett aus dem Handy nehmen. So kann niemand SMS empfangen, über die sich sonst Passwörter zurücksetzen oder 2FA-Codes abfangen lassen
Mein wichtigster Tipp zusätzlich zu allem oben: Sichere deine Fotos nicht nur in der Cloud, sondern zusätzlich offline. Ich hab mir dafür einen kleinen USB-Stick mit Lightning- und USB-C-Anschluss besorgt und regelmäßig unterwegs direkt vom Handy draufgesichert. Das war für mich die beste Investition der ganzen Vorbereitung.
Noch mehr Profi-Tipps aus der Community
Auf der Suche nach weiteren Infos bin ich auf einen richtig hilfreichen Thread im Apple-Support-Forum gestoßen, mit ein paar Tipps, die ich vorher selbst noch nicht kannte:
- „Schutz für gestohlene Geräte“ aktivieren: Unter Einstellungen > Face ID & Code findest du diese Option. Sie sorgt dafür, dass bei sicherheitsrelevanten Änderungen (zum Beispiel Face ID ändern oder Einstellungen in deiner Apple-ID anpassen) automatisch eine einstündige Sicherheitsverzögerung einsetzt. Ein Dieb muss also eine Stunde warten, genau die Zeit, die du brauchst, um aus der Ferne die Sicherheitssperre zu aktivieren. Zusätzlich lässt sich bei aktiviertem Schutz der iPhone-Code nicht mehr als Ausweichoption für Face ID nutzen
- Alphanumerisches statt rein numerisches Passwort: Ein Code aus Zahlen, Buchstaben und Sonderzeichen lässt sich deutlich schwerer knacken als eine reine Zahlenkombination
- Kurze Auto-Sperrzeit wählen: Maximal 30 Sekunden, dann sperrt sich dein Handy automatisch, auch wenn du es mal kurz aus der Hand legst
- Den Code nur an sicheren, unauffälligen Orten eingeben, nie in einer belebten oder unübersichtlichen Situation, in der jemand mitlesen könnte
- iCloud.com am besten nur über dein eigenes Zweithandy oder einen eigenen Laptop nutzen, falls du unterwegs ohne dein Handy auf Daten zugreifen musst. Öffentliche, fremde Rechner würde ich meiden
- Online-Banking oder andere sensible Logins nie über öffentliches WLAN erledigen, nutze dafür lieber deine mobilen Daten oder deine eSIM
- „Safe“-Hüllen für unterwegs, spezielle Handyhüllen, die sich nicht so leicht unbemerkt öffnen lassen

Bargeld, Karten & Notfall-Backup
Wenn du allein reist und dir wirklich alles gestohlen wird, hast du im schlimmsten Fall tatsächlich nichts mehr. Reist du zu zweit, ist zumindest eine Karte der anderen Person noch da, allein bist du komplett auf dich selbst gestellt. Genau deshalb war mir diese Vorsorge wichtig, auch wenn sie für andere übertrieben wirken kann.
Das hatte ich vorbereitet:
- Zwei getrennte Karten: Eine Kreditkarte plus eine kostenlose Mastercard-Debitkarte über ein zusätzliches C24-Konto, dazu individuelle Kartenlimits für jede einzelne Karte eingerichtet, das lässt sich bei C24 wirklich für jede Karte separat anpassen. Mittlerweile bin ich komplett zur C24 Bank* gewechselt: Die App und die Konditionen überzeugen mich komplett, 0 € Kontoführung, kostenlose Karten, Guthabenzinsen und keine Fremdwährungsgebühren. Wenn du auch wechseln möchtest: Über meinen Link bekommst du einen Umzugsbonus von 75 €!
- Online-Banking auf einem Zweitgerät: Mein Commerzbank-Zugang lief zusätzlich über mein Tablet, nicht nur übers Handy. Der Hintergrund: Das TAN-Verfahren (bei der Commerzbank läuft das über die App-basierte photoTAN) ist an dein Smartphone gekoppelt. Ist das weg, kannst du dich unterwegs ohne Zweitgerät nicht mehr neu einrichten oder überhaupt einloggen
- Western Union als Notfall-Backup, vorab registriert und identifiziert, für den Fall, dass ich schnell Bargeld aus Deutschland gebraucht hätte
- Bargeld, separat von den Karten gelagert
Materielles: Wie ich Wertsachen getrennt hatte
- Eine Bauchtasche, direkt am Körper unter der Kleidung, für Pass, Karten und Bargeld
- Mehrere kleine Geldbörsen, um Bargeld und Karten nie an einem Ort zu bündeln
- Ein Handyband, damit mir das Handy beim Fotografieren oder in Menschenmengen nicht aus der Hand rutscht
- Zusätzlich abgesichert mit einer Handyversicherung von Hepster, für den Fall, dass trotz aller Vorsicht doch mal was passiert wäre
Meine komplette Packliste für die ganze Reise, inklusive aller hier erwähnten Produkte, findest du übrigens in Teil 2.
Als alleinreisende Frau unterwegs
Mir ist auf der gesamten Route zum Glück nichts passiert. Trotzdem habe ich meine Tage bewusster geplant als in gemischten Reisegruppen: nachts nicht allein durch unbekannte Viertel gelaufen, für längere Strecken lieber Uber statt zu Fuß, und mich vor jedem Unterkunftswechsel über die Lage informiert. Besonders hilfreich waren Unterkünfte mit Rezeption und Gemeinschaftsbereichen, dort konnte ich das Personal einfach nach sicheren Vierteln fragen.
Meine wichtigsten Sicherheitsregeln
Diese Südamerika Reisetipps rund um Sicherheit haben sich für mich bewährt:
- „No dar papaya“, der kolumbianische Grundsatz, den ich mir für die ganze Reise gemerkt habe: Gib niemandem unnötig die Gelegenheit, dich zu bestehlen
- Wertsachen nie offen zeigen, Smartphone nicht unnötig lange in der Hand halten
- Unterkunftslage bewusst wählen, zentral und mit belebter Umgebung
- Digitale Kopien aller wichtigen Dokumente griffbereit haben
- Bauchgefühl immer ernst nehmen, lieber einmal zu vorsichtig als einmal zu leichtsinnig

Ausblick: Das erwartet dich in Teil 2
Mit Buchung, Versicherung, Sicherheit und aller Vorbereitung im Gepäck kann die eigentliche Südamerika Rundreise beginnen. Im zweiten Teil dieser Serie nehme ich dich mit auf meine komplette Route durch Uruguay, Argentinien, die Antarktis, Panama und Kolumbien, zeige dir, wie ich zwischen den Stationen unterwegs war, meine besten Unterkünfte, die Antarktis Reise als Herzstück, meine persönlichen Highlights und was diese neun Wochen am Ende wirklich gekostet haben.
Planst du selbst gerade eine Lateinamerika Rundreise, oder stehst du noch ganz am Anfang der Überlegungen? Ich freue mich, wenn du mir in den Kommentaren erzählst, welche Station dich am meisten reizt oder welche Frage dir noch unter den Nägeln brennt!
Weiter geht’s mit Teil 2: Meine Südamerika Reise: Route, Highlights & Erfahrungen.
