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Diese Artikelserie über meine Antarktis Reise besteht aus drei Teilen:

Nach der Planung beginnt das eigentliche Abenteuer. Doch wie läuft eine Antarktis Expedition tatsächlich ab? Wie sieht der Alltag auf einer Antarktis-Kreuzfahrt aus? Was passiert während der Überquerung der berüchtigten Drake-Passage? Und wie funktionieren die Anlandungen mit den kleinen Zodiac-Booten?

In diesem zweiten Teil meiner dreiteiligen Artikelserie nehme ich dich mit an Bord der Ocean Albatros und zeige dir, wie eine Antarktis Expedition in der Praxis aussieht. Du erfährst, wie der Tagesablauf an Bord organisiert ist, was dich bei Vorträgen, Zodiac-Ausflügen und Anlandungen erwartet und warum kein Tag dem anderen gleicht. Außerdem teile ich viele praktische Tipps und Erfahrungen aus erster Hand, die dir helfen, dich optimal auf deine eigene Reise vorzubereiten.

Das erwartet dich in diesem Artikel:

  • Der Ablauf einer Antarktis Expedition – von der Einschiffung bis zur Rückkehr
  • Das Leben an Bord: Kabinen, Verpflegung, Vorträge und Freizeit
  • Die Drake-Passage und meine persönlichen Erfahrungen während der Überfahrt
  • Zodiac-Fahrten und Anlandungen – so kommst du den Eisbergen und der Tierwelt ganz nah
  • Flexibilität, Wetter und warum jede Antarktis Expedition einzigartig ist

Tag 1: Einschiffung in Ushuaia

Der 20. März 2026. Endlich. Nach rund sechs Wochen Vorfreude und sorgfältiger Vorbereitung war es soweit.

Der Ablauf der Einschiffung: Zwischen 9 und 11 Uhr konnte das Gepäck am Hafen abgegeben werden – es wurde direkt in die Kabine gebracht, ohne dass ich mich darum kümmern musste. Um 15:15 Uhr fuhr Bus Nummer 4 zum Hafen. Bereits im Bus wurden die Reisepässe eingesammelt, die bekommt man erst bei der Ausschiffung wieder zurück, da sie für die Formalitäten benötigt werden.

An Bord ging es direkt weiter: Zuerst wurde der Parka anprobiert, den die Reederei stellt. Danach folgte eine erste Einführung mit den wichtigsten Regeln – entspannt, mit Snacks. Anschließend gab es die obligatorische Sicherheitsübung, bevor um 18 Uhr die Leinen losgeworfen wurden.

Ich stand an Deck, Kamera in der Hand, und ließ Ushuaia langsam hinter mir verschwinden. Ein Gefühl, das ich nicht in Worte fassen kann. Ab 19 Uhr gab es das erste Abendessen als Buffet, danach habe ich meine erste Seekrankheitstablette genommen und bin früh in die Kabine. Morgen würde die Drake-Passage beginnen.

Die Kabine: Mein Zuhause für 10 Tage

Ich hatte eine Balcony Sofa Bed Kabine gebucht und beim Einchecken eine wunderbare Überraschung erlebt: Ich wurde in eine Grand Balcony Stateroom Kabine auf Deck 4 upgegraded, eine geräumige Twin-Kabine mit rund 25 bis 30 m², die ich mir nur mit meiner Mitreisenden Ginny aus Hongkong teilte, die zu einer der schönsten Bekanntschaften der ganzen Reise wurde.

Die Kabine war wirklich komfortabel und ließ keine Wünsche offen. Zur Ausstattung gehörten zwei Einzelbetten (auf Wunsch auch als Doppelbett stellbar), ein eigener Balkon, Bad mit Dusche und WC, Klimaanlage, Kleiderschrank, Schreibtisch mit Stuhl, Föhn, Bademantel und Hausschuhe, Pflegeprodukte, Kühlschrank, Safe und ein Fernseher. Auf dem TV liefen nicht nur Filme, sondern auch das tägliche Tagesprogramm, eine Vessel-Map und Live-Übertragungen der Vorträge des Expeditionsteams. An den etwas raueren Tagen auf der Drake-Passage war das Gold wert.

Das absolute Highlight war der Balkon. Morgens aufwachen und die ersten Eisberge vorbeiziehen sehen. Das waren unvergessliche Momente für mich. Dazu 2x täglich Housekeeping, das die Kabine immer in Ordnung hielt.

Ausstattung der Ocean Albatros: 94 Kabinen, Hauptrestaurant, Bistro, 24/7 Grab & Go, Bar und Lounge, Bibliothek mit Computern, Citizen Science Area, Mudroom, Sauna, SPA, Gym, zwei Jacuzzis mit Panoramablick, mehrere Aussichtsdecks, Aufzug auf alle Passagierdecks sowie Balkone auf fast allen Kabinen.

Der typische Tagesablauf

Einer der häufigsten Fragen vorab: Wie sieht ein Tag auf einem Expeditionsschiff eigentlich aus? Die Antwort: vollgepackt. Die Zeit an Bord vergeht unglaublich schnell, es gibt gefühlt rund um die Uhr etwas zu erleben.

Morgens

Jeden Morgen um 8 Uhr eine Durchsage über den Tagesplan, an Anlandungstagen bereits ein Wake Up Call um 7 Uhr. Frühstück – und mein wichtigster Tipp dabei: immer einen Platz am Fenster sichern. An einem Morgen habe ich beim Kaffee gleich mehrere Buckelwale gesehen, die langsam am Schiff vorbeizogen. Meine erste Schwanzflosse. Ich habe aufgehört zu essen und einfach nur geschaut.

Anlandungen & Zodiac-Ausflüge

Das Herzstück jedes Tages: täglich zwei Anlandungen oder Zodiac-Touren, manchmal eine Kombination aus beidem. Der Ablauf läuft immer gleich ab:

Die Passagiere sind in Farbgruppen eingeteilt (ich war in der gelben Gruppe) und werden nacheinander in den Mudroom gerufen. Dort wird die Ship-ID gescannt, Stiefel und Rettungsweste werden angezogen, dann geht es zum Zodiac – jeweils 10 Personen pro Boot. An Land oder beim Zodiac Cruising zwischen Eisbergen hat man in der Regel 1 bis 2 Stunden Zeit. Nach der Rückkehr werden die Stiefel immer gründlich gereinigt und desinfiziert – Pflicht zum Schutz des Ökosystems. Immer den kleinen roten Flaggen der Guides folgen.

Nach jeder Anlandung warteten an Bord ein heißes Getränk und ein warmes Handtuch, nach der Kälte draußen unglaublich wohltuend.

Nachmittags und Abends

Afternoon Tea – ein tägliches Ritual, das ich schnell liebgewonnen habe. Dazu Vorträge und Workshops des Expeditionsteams, manchmal freiwillige Angebote wie Fernglas-Training, Fotografie-Workshop oder Citizen-Science-Projekte wie der Cloud Survey oder Walbeobachtungen für happywhale.com.

Vor dem Abendessen das tägliche Briefing für den nächsten Tag: Wetter, geplante Route, was uns erwartet. Danach ein kurzer Recap des heutigen Tages – manchmal mit Fotos oder Videos, die Passagiere hochgeladen hatten. Die Question Box ermöglichte es, anonym Fragen einzuwerfen, die dann beantwortet wurden. Ich habe dort unter anderem erfahren, dass Orcas tatsächlich zur Familie der Delfine gehören und dass die Drake-Passage 3.000 bis 4.000 Meter tief ist.

Essen an Bord

Das Essen auf der Ocean Albatros war durchweg gut. Frühstück, Mittagessen und Abendessen täglich, dazu Afternoon Tea und gelegentliche Extras. Das absolute Highlight: ein Barbecue-Dinner auf dem Außendeck, bei 2 Grad, umgeben von Gletschern und Eisbergen. Es war zwar kalt, aber die Kulisse war absolut gigantisch.

Mein Tipp für die Drake-Passage-Tage: lieber etwas weniger essen, leichte Kost bevorzugen und schwere Speisen sowie Alkohol meiden. Das hat mir gut geholfen.

Das Expeditionsteam & Crew

Was eine Antarktis Expedition (oder Antarktis-Kreuzfahrt, wie sie auch genannt wird) von einer gewöhnlichen Kreuzfahrt unterscheidet, ist vor allem das Expeditionsteam. Es ist das absolute Herzstück der Reise. Auf der Ocean Albatros kümmerten sich 22 Teammitglieder um Passagiere aus 26 Nationalitäten – darunter Biologen, Geologen, Vogelkundler und erfahrene Expeditionsleiter, die alle ihre Leidenschaft für die Polarregionen sichtbar teilen. Kein Vortrag fühlte sich wie Pflichtprogramm an.

Unser Expeditionsleiter Lu erwähnte beiläufig, dass die Einfahrt in den Lemaire Channel unter den aktuellen Eisbedingungen nur sehr wenigen Kapitänen gelingt. Kapitän Johan aus Schweden hat das meisterhaft gemeistert. Als wir dann hineinfuhren, verstand ich, was gemeint war.

Die Crew des Schiffes aus Küche, Housekeeping und Bar war ebenso freundlich und aufmerksam. Das Trinkgeld von 16 USD pro Person und Tag (für 10 Tage also rund 160 USD, individuell anpassbar) ist gut angelegt und kann bequem über die an der Rezeption hinterlegte Kreditkarte abgerechnet werden.

Vorträge & Workshops

Die täglichen Vorträge des Expeditionsteams waren einer der unterschätztesten Aspekte der Reise. Highlights:

  • Einführung in die Welt der Pinguine – mit dem unvergesslichen Timing: mitten im Vortrag sahen wir zum ersten Mal Land am Horizont
  • Geologie der Antarktis
  • Wale und ihr Verhalten: warum kommen sie in die Antarktis? (Krill fressen, bevor sie in den Norden zurückkehren, um sich zu paaren)
  • Seevögel der Antarktis
  • NASA Cloud Survey – ein Citizen-Science-Projekt, an dem wir aktiv teilnahmen
  • Fernglas-Training und Fotografie-Workshop

Alle Vorträge konnten auch live auf dem TV in der Kabine verfolgt werden. An den Tagen mit mehr Wellengang habe ich das tatsächlich genutzt und vom Bett aus zugeschaut.

Die Drake-Passage: meine persönlichen Erfahrungen

In Teil 1 habe ich bereits alles zur Vorbereitung auf die Drake-Passage erklärt, welche Medikamente helfen, was du erwarten kannst und wie du vorbeugst. Hier kommen meine Drake-Passage-Erfahrungen aus der Praxis.

Auf dem Hinweg lagen die Wellen bei rund 2,8 Metern, das Expeditionsteam kommentierte trocken: „this is nothing.“ Und tatsächlich: Ich fand die Überfahrt erstaunlich angenehm. Das X-Bow-Design der Ocean Albatros macht sich wirklich bemerkbar. Wir hatten außerdem Glück – die Passage verlief so ruhig, dass wir früher als geplant ankamen und noch am selben Tag unsere erste Anlandung machen konnten.

Auf dem Rückweg wurden die Wellen deutlich höher. Angekündigt wurden 3,9 Meter als Durchschnitt, zeitweise kletterten sie auf knapp 5 Meter. Ich habe vorsorglich früh die Tablette genommen, da es schon etwas schaukelte. Auch dann kein Problem. Ich habe alle Mahlzeiten normal zu mir genommen und Vorträge verfolgt, einen sogar vom Bett aus, während ich den Wellen zuschaute.

Mein Fazit: Mit der richtigen Vorbereitung ist die Drake-Passage gut machbar. Die wichtigste Regel (Tablette nach dem Abendessen nehmen, nicht warten bis man sich schlecht fühlt) hat sich für mich vollständig bewährt. An der Rezeption des Schiffes gibt es Dramamine kostenlos – ich habe 2 auf dem Hin- und 2 auf dem Rückweg genommen.

Zodiac-Fahrten & Anlandungen

Die Zodiac-Fahrten sind das, wofür man kommt. Mit kleinen Schlauchbooten hinaus ins Eis, zwischen Eisbergen hindurch, an Gletschern entlang, und dann an Land, mitten in eine Pinguinkolonie.

Jede Anlandung folgt demselben Ablauf: Gruppe wird in den Mudroom gerufen, Ship-ID scannen, Stiefel und Rettungsweste anziehen, ins Zodiac einsteigen (10 Personen), Fahrt ans Ziel, 1-2 Stunden Zeit, zurück ans Schiff, Stiefel reinigen, Ship-ID scannen, heißes Getränk abholen.

Klingt routiniert, fühlte sich aber jedes Mal wie das erste Mal an.

Was mich überrascht hat: Auch die Zodiac Cruises, also reine Ausfahrten ohne Anlandung, nur durch das Eis, waren mindestens genauso unvergesslich wie die Zeit an Land. Mitten in Eisschollen zu fahren, neben einem Eisberg zu treiben, der langsam bricht und dabei klingt wie ein kleines Erdbeben, das ist eine eigene Art von Magie.

Polar Plunge: Sprung ins eiskalte Wasser

Eines der verrücktesten und gleichzeitig unvergesslichsten Erlebnisse an Bord: der Polar Plunge. Wer möchte, kann freiwillig ins antarktische Wasser springen, bei etwa 1 bis 2 Grad Wassertemperatur. Klingt wahnsinnig. Ist es auch. Und trotzdem haben es an unserem Tag in Paradise Harbour etliche Passagiere gewagt. Der Polar Plunge ist längst ein Ritual auf Antarktis Expeditionen und ein Beweis dafür, dass man wirklich da war. Ob man mitmacht, bleibt natürlich jedem selbst überlassen (ich habe darauf verzichtet).

Sauna, Jacuzzi & die schönsten Bordmomente

Zwischen den Anlandungen boten die Annehmlichkeiten der Ocean Albatros wunderbare Auszeiten – und manchmal sogar die unvergesslichsten Momente der ganzen Reise.

Sauna: Meine persönliche Lieblingsroutine. Morgens nach dem Frühstück, manchmal auch nachmittags, mit Blick auf den Ozean. Einmal war ich komplett alleine dort, in völliger Stille, umgeben nur vom weiten Wasser. Ein Moment für mich.

Jacuzzi: Zwei Außen-Whirlpools auf dem Deck. Ich habe den Jacuzzi bei Schneefall genutzt – während Buckelwale ums Schiff schwammen. 38 Grad warmes Wasser, Schneeflocken im Gesicht, Wale in Sichtweite. Ich weiß nicht, ob es diesen Moment je wieder geben wird.

Die schönsten Momente an Bord waren aber nicht immer die spektakulärsten. Es war der Kaffee am Fenster, während Buckelwale vorbeizogen. Es war das Barbecue unter freiem Himmel bei 2 Grad. Es waren die Abende beim Recap, an denen man den Tag noch einmal Revue passieren ließ – und merkte, wie viel in einem einzigen Tag passiert war.

Und es waren die Menschen. 26 Nationalitäten, Passagiere von 16 bis 83 Jahren, alle vereint durch dieselbe Faszination. Das Schiffsleben schafft eine besondere Verbundenheit, die ich so nicht erwartet hatte. Man teilt die Aufregung vor der ersten Anlandung, die Stille in einer Bucht voller Eisberge, die Freude über einen springenden Wal. Ginny, meine Kabinennachbarin aus Hongkong, ist bis heute in meinem Herzen geblieben.

Voyage Memories: Das Abschiedsgeschenk der Reederei

Nach der Expedition bekamen wir von Polar Latitudes noch ein besonderes Geschenk: die Voyage Memories, eine umfangreiche digitale Sammlung, die die gesamte Expedition noch einmal zum Leben erweckt. Enthalten waren eine riesige Fotogalerie der Bordlotografen mit Aufnahmen von allen Aktivitäten und Anlandungen, eine vollständige Wildlife List aller gesichteten Tierarten, das Logbuch des Expeditionsteams mit einem täglichen Schritt-für-Schritt-Bericht der Reise, eine Slideshow mit Videos aus der gesamten Expedition, Fotos und ein Zertifikat vom Polar Plunge, Biografien aller Teammitglieder sowie die Voyage Map mit allen Punkten, die wir angesteuert hatten.

Ein wunderschönes Andenken, das ich immer wieder gerne durchschaue.

Praktische Tipps für das Leben an Bord

  • Kreditkarte: Direkt bei der Einschiffung an der Rezeption hinterlegen – alle Ausgaben werden automatisch abgebucht
  • Trinkwasser: Das Leitungswasser an Bord ist trinkbar
  • Mobiles Internet: Im Beagle-Kanal noch normal, auf hoher See nur Satelliten-WLAN
  • Seekrankheitstabletten: Kostenlos an der Rezeption, nach dem Abendessen nehmen – nicht warten bis es zu spät ist
  • Polar Passport: Stempel sammeln – aber nicht in den eigenen Reisepass stempeln lassen. In Ushuaia gibt es ihn neben dem Albatros Hotel in der Touristen-Info, dort auch ein Zertifikat für das Ende der Welt
  • Stiefel: Nach jeder Anlandung reinigen und desinfizieren – immer, ohne Ausnahme
  • Vorträge: Auch vom TV in der Kabine verfolgbar – praktisch an Tagen mit mehr Wellengang
  • Immer ans Fenster setzen – egal ob beim Frühstück, Mittagessen oder einfach so. Die Antarktis wartet nicht

Die Route: 10 Tage Tag für Tag

Keine Antarktis Expedition verläuft wie die andere – die Route wird täglich neu angepasst, je nach Wetter, Eis und den Möglichkeiten, die sich ergeben. Hier ist, wie unsere Expedition von Tag zu Tag verlief:

Tag 1 – 20. März: Einschiffung in Ushuaia Gepäck abgeben, Einschiffung um 15:15 Uhr, Parka anprobieren, Sicherheitseinweisung. Um 18 Uhr legten wir ab. Erstes Abendessen, erste Seekrankheitstablette – und dann stand die Drake-Passage vor uns.

Tag 2 – 21. März: Drake-Passage Hinweg Beim Briefing am Morgen die beruhigende Diagnose des Expeditionsteams: „This is nothing.“ Stiefel und Rettungsweste wurden angepasst, die Gruppen eingeteilt. Nachmittags freiwillige Workshops: Fernglas, NASA Cloud Survey, Fotografie. Abends der offizielle Welcome Cocktail mit Vorstellung von Kapitän und Crew.

Tag 3 – 22. März: Erste Anlandung – Halfmoon Island, South Shetland Islands Erste Durchsage um 8 Uhr, dann Sauna. Um 11 Uhr Vortrag über Pinguine – mitten darin: Land in Sicht. Um 14:30 Uhr erste Anlandung auf Halfmoon Island: eine Stunde an Land, eine Stunde Zodiac Cruising. Robben, Pinguine, ein Finnwal. Überwältigend.

Tag 4 – 23. März: Mikkelsen Harbour & Brialmont Cove Wake Up Call um 7 Uhr, 4 Grad. Anlandung in Mikkelsen Harbour. Wer auf die zweite Runde wartet, schaut sich eine Doku über Polarregionen an. Nachmittags 1,5 Stunden Zodiac Cruise in der Brialmont Cove bei wunderschönem Licht – Eisschollen, Wale, Robben. Abends Sauna und Jacuzzi.

Tag 5 – 24. März: Recess Cove & Paradise Harbour Das Wetter war nicht ideal, aber was für ein Tag trotzdem. Beim Frühstück am Fenster: Buckelwale. Bei der Zodiac-Tour in der Recess Cove: noch mehr Wale, ganz nah. Mittags im Jacuzzi bei Schneefall, Buckelwale ums Schiff. Nachmittags Paradise Harbour, und dann: Orcas. Dazu der Polar Plunge ins eiskalte Wasser und abends das Barbecue-Dinner auf dem Außendeck.

Tag 6 – 25. März: Neko Harbour – erster Fuß auf dem Kontinent Am Morgen sah es nicht gut aus, Neko Harbour war fraglich. Dann die Ansage: „The Peninsula is our oyster.“ Wir hatten Optionen. Um 8:30 Uhr Ankunft in Neko Harbour – und das erste Mal, dass ich den antarktischen Kontinent selbst betrat. Nicht nur eine Insel, sondern das Festland. Pinguine überall. Danach Zodiac Cruise mit Buckelwalen, die so nah kamen, dass wir ihre Atemzüge hörten. Am Nachmittag Paradise Bay Zodiac Cruise. Abends Crew Show und Karaoke.

Tag 7 – 26. März: Lemaire Channel & Petermann Island – letzte Anlandung Um 7 Uhr morgens die Einfahrt in den Lemaire Channel – Expeditionsleiter Lu erwähnte, dass das unter diesen Bedingungen nur wenigen Kapitänen gelingt. Danach letzte Anlandung auf Petermann Island. Wegen einer aufziehenden Wetterfront ging es danach zügig zurück Richtung Norden, gegen 13 Uhr befanden wir uns bereits wieder auf der Drake-Passage. Letzter Jacuzzi, abends erste Tablette vorsorglich genommen.

Tag 8 – 27. März: Drake-Passage Rückweg Die Wellen wurden etwas höher – um die 5 Meter. Trotzdem: Frühstück, Mittagessen, alles normal. Vortrag über Wale, sehr interessant. Den Vortrag über Seevögel habe ich vom Bett aus verfolgt, während die Wellen durchs Fenster sehen waren. Letzter Recap mit den Ergebnissen des Cloud Survey.

Tag 9 – 28. März: Rückkehr nach Ushuaia Gegen Mittag Land in Sicht – der Beagle-Kanal. Sauna, Seevögel Survey, 17 Uhr Auktion und Gewinnspiel an Bord. Um 19:30 Uhr legten wir in Ushuaia an. Viele Passagiere gingen noch in die Stadt. Ich stand an Deck und wollte diesen Moment so lange wie möglich festhalten.

Tag 10 – 29. März: Ausschiffung Koffer nachts rausgestellt. Frühstück von 6 bis 7 Uhr. Ab 7:30 Uhr Abreise Bus für Bus, insgesamt vier Busse. Gegen 8:15 Uhr war ich in Ushuaia Town, bin zum Hostel gelaufen. Noch zwei Nächte vor Ort, um alles sacken zu lassen.

Ein Blick ins Tagebuch: 25. März 2026

8:30 Uhr. Neko Harbour. Das Schiff legt an, und zum ersten Mal betrete ich nicht nur eine Insel, sondern den antarktischen Kontinent selbst.

Ich stehe da. Auf dem Festland der Antarktis. Um mich herum Pinguine, die sich um mich überhaupt nicht kümmern und einfach ihren Weg gehen. Hinter mir ein Gletscher. Vor mir das Meer. Über mir ein grauer Himmel, der gerade aufreißt.

Ich weiß nicht, wie lange ich einfach nur stehe und schaue. Es gibt Momente im Leben, die man nicht fotografieren kann – nicht wirklich. Dieser hier ist einer davon.

Später, auf der Zodiac-Fahrt zurück zum Schiff: Buckelwale. So nah, dass wir ihre Atemzüge hören. Einer taucht direkt neben dem Boot auf. Wir halten den Atem an.

Was kann das noch toppen?, denke ich. Und dann kommt der nächste Tag.

Wäre die Antarktis Musik, wäre sie Mozart. Kunst, wäre sie Michelangelo. Literatur, wäre sie Shakespeare. Und doch ist sie noch etwas Größeres: der einzige Ort auf Erden, der noch so ist, wie er sein sollte. Mögen wir ihn niemals zähmen.

Ausblick: Was dich in Teil 3 erwartet

Das Schiffsleben war unglaublich, aber was uns draußen auf dem antarktischen Kontinent erwartete, übertraf noch einmal alles. Im dritten Teil dieser Serie teile ich meine persönlichsten Antarktis-Erfahrungen: Pinguinkolonien hautnah, Walbeobachtungen aus dem Zodiac, die Einfahrt in den Lemaire Channel und die Momente, bei denen mir die Worte fehlten.

Weiter geht es in Teil 3: Antarktische Halbinsel – Pinguine, Wale und Eisberge hautnah.

Alle Angaben beziehen sich auf meine Expedition im März 2026 an Bord der Ocean Albatros mit Polar Latitudes Expeditions.

Weiterführende Links:

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