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Diese Artikelserie über meine Kolumbien Rundreise besteht aus vier Teilen:

Ich wusste gar nicht, wo ich zuerst hinschauen sollte, geschweige denn fotografieren. Cartagena ist so bunt, so fotogen und so voller Leben, dass ich ständig stehen geblieben bin. An jeder Ecke gibt es neue Streetart zu entdecken oder Streetfood zu probieren, aus Häusern und von Plätzen schallt Musik, Menschen tanzen einfach auf der Straße oder verkaufen ihre Sachen, ganz besonders in Getsemaní war ich von diesem pulsierenden Leben überwältigt.

Cartagena war mein erster Stopp auf meiner Kolumbien Rundreise, und in diesem Artikel zeige ich dir die schönsten Cartagena Sehenswürdigkeiten, dazu Getsemaní, meine liebsten Touren, Restaurants und Unterkünfte in der Altstadt. Bunte Kolonialhäuser, bepflanzte Holzbalkone, kleine Plätze, karibische Musik und kreative Streetart prägen vor allem die historische Altstadt und das benachbarte Viertel Getsemaní. Optisch war es vermutlich die schönste Stadt meiner ganzen Reise.

Insgesamt verbrachte ich fünf Nächte in Cartagena de Indias, genug Zeit, um die ummauerte Altstadt ohne Zeitdruck zu erkunden, an einer Stadtführung und einer Coffee-Masters-Tour teilzunehmen und den Sonnenuntergang bei einer Bootsfahrt vor der Küste zu erleben. Unterschätzen solltest du allerdings die Hitze nicht. Während meines Aufenthalts lagen die Temperaturen zwischen etwa 30 und 35 Grad. Längere Rundgänge waren vor allem zur Mittagszeit anstrengend, weshalb sich Cartagena am besten in mehreren kürzeren Etappen erkunden lässt.

Warum ich mich in Cartagena verliebt habe

  • Farbenfrohe Altstadt mit kolonialer Architektur, Balkonen und Streetart an jeder Ecke
  • Lebendige Atmosphäre zwischen Centro und Getsemaní mit Musik, Plätzen und Straßenleben
  • Spannende Geschichte mit Stadtmauern, Festungen und kolonialem Erbe
  • Unglaublich vielfältige Küche mit frischem Fisch, Streetfood und lokalen Spezialitäten
  • Herzliche Menschen und eine warme, offene Stimmung in der ganzen Stadt

Anreise vom Flughafen Cartagena in die Altstadt

Der internationale Flughafen liegt vergleichsweise nah am Zentrum von Cartagena. Für die Weiterfahrt in die historische Altstadt oder nach Getsemaní kannst du ein Taxi oder einen Fahrdienst wie Uber nutzen. Bei meiner Ankunft war ein Uber schnell verfügbar und die Fahrt unkompliziert.

Wenn du international einreist, solltest du trotzdem etwas Zeitpuffer einplanen. Die Passkontrolle dauerte bei meiner Ankunft fast 1,5 Stunden, die Halle war dabei ohne Klimaanlage ziemlich warm, und nur zwei Mitarbeiter kümmerten sich um gefühlt drei gleichzeitig gelandete Flieger. Gerade wenn mehrere Flüge gleichzeitig landen, kann es entsprechend länger dauern, bis du den Flughafen tatsächlich verlässt.

Cartagena Sehenswürdigkeiten

Die historische Altstadt von Cartagena liegt innerhalb der gut erhaltenen Stadtmauern. Viele der wichtigsten Plätze, Kirchen und Kolonialgebäude befinden sich nah beieinander und lassen sich bei einem Rundgang miteinander verbinden. Dabei lohnt es sich, nicht nur die bekannten Sehenswürdigkeiten anzusteuern. Ein großer Teil des Reizes liegt in den schmalen Straßen, den farbenfrohen Fassaden, den bepflanzten Balkonen und den kleinen Details, die du beim ziellosen Herumlaufen entdeckst.

Das Schönste an Cartagena war für mich nicht unbedingt eine einzelne Sehenswürdigkeit, sondern die gesamte Atmosphäre der Altstadt.

  • Torre del Reloj: Markanter, gelber Uhrenturm und das historische Haupttor zur Altstadt
  • Plaza de los Coches: Lebhafter Platz direkt hinter dem Uhrenturm mit kolonialen Gebäuden und Arkaden
  • Plaza de la Aduana: Einer der größten und eindrucksvollsten Plätze im historischen Zentrum
  • Plaza de los Estudiantes: Kleiner, schattiger Treffpunkt direkt vor der historischen Universität
  • Plaza San Pedro Claver: Schöner Platz mit Kirche, Kloster und mehreren Skulpturen
  • Plaza de Santo Domingo: Beliebter Treffpunkt mit Restaurants, Kirche und der bekannten Botero-Skulptur
  • Catedral de Santa Catalina de Alejandría: Prächtige Hauptkathedrale mit dem unübersehbaren, zitronengelben Turm
  • Teatro Adolfo Mejía (Teatro Heredia): Prachtvolles historisches Theater aus dem Jahr 1911 im europäischen Opernstil
  • Parque de Bolívar: Grüner und schattiger Platz nahe der Kathedrale und dem Inquisitionspalast
  • Parque del Centenario: Großer Park außerhalb der Stadtmauer, bekannt für seine dort freilebenden Faultiere und Affen
  • Centro und San Diego: Bunte Gassen mit Kolonialhäusern, Holzbalkonen und unzähligen Fotomotiven
  • Historische Stadtmauer-Bastionen: Ehemalige Verteidigungsanlagen zum Schutz von Cartagena, die heute als Aussichtspunkte (z. B. für Sonnenuntergänge) und Souvenirläden (Las Bóvedas) dienen
  • Getsemaní: Kreatives Viertel mit Streetart, Musik, Restaurants und lebhaftem Straßenleben rund um die Plaza de la Trinidad

Getsemaní: Streetart und Straßenleben in Cartagena

Getsemaní grenzt direkt an die ummauerte Altstadt und lässt sich problemlos zu Fuß erreichen. Das ehemalige Arbeiter- und Handwerkerviertel ist heute für seine farbenfrohen Häuser, großflächigen Wandmalereien, kleinen Restaurants und sein lebhaftes Straßenleben bekannt. Tagsüber stehen vor allem die Streetart und die dekorierten Gassen im Mittelpunkt. Zu den meistbesuchten Bereichen gehören die Straßen rund um die Plaza de la Trinidad. Dort findest du Wandbilder, bunte Schirme, kleine Geschäfte und zahlreiche Fotomotive.

Am Abend verändert sich die Atmosphäre. Rund um die Plaza de la Trinidad sitzen Einheimische und Reisende auf den Stufen, Straßenkünstler treten auf und an kleinen Ständen werden Snacks und Getränke verkauft. Wenn du eine lebhafte Umgebung mit Restaurants, Musik und Streetfood suchst, ist Getsemaní auch eine interessante Alternative zur Übernachtung innerhalb der Stadtmauern.

Bei einer geführten Tour lernte ich mehr über die Geschichte des Viertels, die kulturellen Einflüsse der kolumbianischen Karibikküste und typische Spezialitäten. Gerade in Getsemaní lohnt sich eine Führung, wenn du nicht nur die Graffitis fotografieren, sondern auch ihre Hintergründe und die Entwicklung des Viertels verstehen möchtest. Im touristischen Bereich fühlte ich mich auch am Abend wohl. Trotzdem solltest du dich auf den belebten Hauptstraßen bewegen und für längere Wege oder eine weiter entfernt liegende Unterkunft lieber einen Fahrdienst nutzen.

Touren und besondere Erlebnisse

Cartagena bietet neben den klassischen Sehenswürdigkeiten zahlreiche Stadtführungen, kulinarische Erlebnisse und Bootsausflüge. Viele Touren starten in der Altstadt oder in Getsemaní und lassen sich deshalb gut mit einem Rundgang verbinden.

Coffee-Masters-Tour mit Impulse Travel

Die etwa zweistündige Coffee-Masters-Tour mit Impulse Travel findet im Café del Mural in Getsemaní statt. Sie verbindet eine Kaffeeverkostung mit einem kleinen Workshop und Hintergrundwissen über Anbau, Herkunft, Röstung und Zubereitung kolumbianischen Kaffees.

Während der Tour werden vier bis fünf hochwertige Single-Origin-Kaffees aus unterschiedlichen Regionen Kolumbiens verkostet. Dabei lernst du, fruchtige, florale und schokoladige Aromen voneinander zu unterscheiden. Wie ein Kaffee schmeckt, hängt unter anderem vom Anbaugebiet, den Böden, der Bohnenart, dem Röstgrad und der Zubereitung ab.

Ein weiterer Teil der Tour beschäftigt sich mit dem Rösten. Grüne Kaffeebohnen werden unter kontrollierter Hitze verarbeitet, wobei Temperatur und Dauer den späteren Geschmack erheblich beeinflussen. Gerade dieser praktische Teil macht die Tour auch für Reisende interessant, die schon öfter Kaffeeverkostungen besucht haben.

Wenn du Kaffee liebst oder einfach mal etwas Interaktives zwischen den klassischen Stadtbesichtigungen suchst, wird dir die Coffee-Masters-Tour richtig gut gefallen. Da sie in Getsemaní stattfindet, kannst du sie gut mit einem Rundgang durch das Viertel verbinden.

Sonnenuntergangsfahrt auf dem Partyboot

Über GetYourGuide buchte ich die 2-stündige Tour in Cartagena mit Blick auf den Sonnenuntergang im Partyboot*. Die Fahrt führte entlang der Küste, sodass sich während des Sonnenuntergangs ein schöner Blick auf die Skyline von Cartagena bot.

An Bord lief hauptsächlich lateinamerikanische Musik und die Stimmung war lebhaft. Die Fahrt richtet sich daher weniger an Reisende, die eine ruhige oder romantische Bootstour suchen, sondern eher an Gruppen, Alleinreisende und alle, die Musik und eine lockere Partyatmosphäre mögen. Für eine ruhigere Alternative bieten sich Katamaranfahrten oder klassische Sonnenuntergangsboote an. Vor der Buchung solltest du deshalb genau prüfen, ob das jeweilige Angebot als Partyfahrt oder als entspannte Bootstour beschrieben wird.

Beliebte Cartagena Touren und Aktivitäten

5 Highlights der Rosario-Inseln mit Mittagessen:* Ganztägige Bootstour zu mehreren Inseln mit Badestopps und Mittagessen

Katamaran zu den Rosario-Inseln mit Mittagessen und Schnorcheln:* Ruhigere Alternative zu schnellen Ausflugsbooten mit mehr Platz an Bord und Gelegenheit zum Schwimmen und Schnorcheln

Historisches Zentrum und Getsemaní Rundgang:* Geführte Tour durch die ummauerte Altstadt und Getsemaní mit Informationen über Architektur, Kultur und Geschichte

Geführte Streetfood-Tour mit Verkostungen:* Kulinarischer Rundgang mit typischen Speisen, tropischen Früchten und Getränken der kolumbianischen Karibikküste

Salsa- & Champeta-Kurs mit Panorama-Ausblick, Bier und Essen*: Ein beliebtes Tanzerlebnis. Auf einer Rooftop-Bar mit Panoramablick lernst du die karibischen Rhythmen Salsa und Champeta, dazu gibt’s ein kühles, lokales Bier und typisch kolumbianische Snacks wie Chicharrón

Essen und Trinken

Die Küche Cartagenas ist stark von der kolumbianischen Karibikküste geprägt. Typisch sind frischer Fisch, Meeresfrüchte, Kokosreis, Kochbananen, Arepas, Suppen und frisch gepresste Fruchtsäfte.

Einen großen Teil meiner Restaurant- und Food-Tipps für diesen Artikel habe ich übrigens von der kostenlosen GuruWalk-Tour durch das historische Zentrum und Getsemaní*. Auch wenn es dabei nicht in erster Linie um Streetfood ging, hat unser Guide uns immer wieder auf lokale Spezialitäten, Restaurants und kulinarische Hintergründe hingewiesen. Dabei hieß es unter anderem, dass es in Kolumbien mehr als 400 verschiedene Früchte geben soll. Entsprechend groß ist die Auswahl an Sorten, Säften und Kombinationen, die in Deutschland kaum bekannt sind. Probieren solltest du beispielsweise Lulo-Saft oder die in Cartagena verbreitete Kokoslimonade.

Unser Guide erzählte uns außerdem, dass Cartagena 1811 als erste Stadt im heutigen Kolumbien ihre Unabhängigkeit von Spanien erklärte, ein Ereignis, das bis heute als Nationalfeiertag gefeiert wird.

Typische Spezialitäten in Cartagena

  • Kokosreis: Leicht süßlicher Reis, der häufig als Beilage zu Fisch und Meeresfrüchten serviert wird
  • Mote de Queso: Herzhafte Suppe mit Käse und Yamswurzel
  • Arepa de Huevo: Frittierte Arepa mit Ei, die besonders an Streetfood-Ständen angeboten wird
  • Patacones: Flach gedrückte und frittierte Kochbananen, häufig als Beilage oder Snack serviert
  • Fisch und Meeresfrüchte: Durch die Lage an der Karibikküste gehören sie zu den wichtigsten Bestandteilen vieler Speisekarten
  • Lulo-Saft: Fruchtiger, leicht säuerlicher Saft aus einer in Kolumbien weitverbreiteten Frucht
  • Kokoslimonade: Cremiges und gleichzeitig erfrischendes Getränk aus Limette und Kokos

Kulinarische Highlights

Die folgenden Tipps für Restaurants und Cafés bekam ich während meiner Tour. Ich habe nicht alle selbst besucht, möchte sie dir aber trotzdem weitergeben:

  • La Mulata: Beliebtes Restaurant für traditionelle karibische Küche, vor allem Fisch, Meeresfrüchte und typische Gerichte aus Cartagena
  • Rebelión Alma & Sabor: Kreative kolumbianische Küche mit modernen Einflüssen in Getsemaní
  • Restaurante Espíritu Santo: Unkompliziertes Restaurant mit günstiger, landestypischer Hausmannskost und großen Portionen
  • Donde Alci Restaurante: Einfache Adresse für authentische karibische Gerichte abseits der schickeren Touristenrestaurants
  • Just B Café: Verstecktes, ruhiges Café in der Altstadt und ein schöner Geheimtipp für eine Pause vom Trubel
  • El Pandequeso: Gute Bäckerei mit frischem Brot und traditionellem süßen Gebäck
  • Colombitalia Arepas: Bekannter Imbiss mit einer großen Auswahl an sehr guten Arepas
  • Morena Origenes: Restaurant mit gutem Essen, lebhafter Musik und abendlichen Tanzvorführungen

Wo übernachten in Cartagena? Viertel und Hoteltipps

Für einen ersten Aufenthalt eignen sich vor allem die historische Altstadt und Getsemaní. Beide Viertel liegen zentral und lassen sich gut miteinander verbinden, unterscheiden sich aber bei Atmosphäre und Unterkunftsangebot. Innerhalb der ummauerten Altstadt wohnst du direkt zwischen Kolonialhäusern, Kirchen, Plätzen und vielen Restaurants. Zahlreiche Hotels befinden sich in restaurierten historischen Gebäuden und besitzen Innenhöfe, Dachterrassen oder kleine Pools. Die Preise sind in diesem Bereich häufig höher, dafür erreichst du die wichtigsten Sehenswürdigkeiten direkt zu Fuß.

Mir persönlich hat gerade diese weniger elegante, dafür kreativere und gesellige Seite gut gefallen, ich hab dort schnell Anschluss zu anderen Alleinreisenden gefunden. Ein Pool ist übrigens kein unnötiger Luxus. Bei Temperaturen von über 30 Grad war es für mich sehr angenehm, die heißesten Stunden in der Unterkunft zu verbringen und erst am späteren Nachmittag wieder loszugehen.

Für eine letzte Nacht würde ich übrigens nicht automatisch in die Nähe des Flughafens wechseln. Ich machte genau das und stellte im Nachhinein fest, dass sich der zusätzliche Unterkunftswechsel kaum lohnte: Die Ersparnis bei der Fahrt zum Flughafen war gering, während ich die Lage meiner Unterkunft deutlich weniger angenehm fand als Centro oder Getsemaní. Wenn dein Flug nicht sehr früh startet, kann es deshalb entspannter sein, bis zum Abflug zentral zu wohnen und erst am Reisetag zum Flughafen zu fahren.

Werbung/Kooperation: Diese Empfehlungen entstanden in Zusammenarbeit, ich habe dort kostenlose Übernachtungen erhalten. Meine Meinung bleibt davon unabhängig und persönlich.

Amarla Cartagena

Das Amarla Cartagena ist ein kleines Boutique-Hotel mitten in der historischen Altstadt. Für meinen Start in Kolumbien war die Lage ideal, denn ich konnte direkt aus dem Hotel treten und die bunten Gassen, Plätze, Restaurants und wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu Fuß erkunden. Trotz der zentralen Lage empfand ich das Hotel als angenehm ruhig. Hinter der historischen Fassade verbirgt sich eine stilvoll eingerichtete Unterkunft, die eher wie ein privates Stadthaus als wie ein klassisches großes Hotel wirkt.

Mein persönliches Highlight war die Dachterrasse mit kleinem Pool, Liegen und Blick auf die Dächer der Altstadt und die benachbarte Kirche. Gerade wegen der starken Hitze war dieser Rückzugsort für mich besonders wertvoll. Statt mich zur heißesten Tageszeit weiter durch die Straßen zu quälen, konnte ich mich am Pool abkühlen, etwas ausruhen und am späten Nachmittag noch einmal losziehen. Der Pool ist zwar nicht besonders groß, reicht aber vollkommen aus, um sich zwischendurch zu erfrischen. Das Frühstück wurde individuell serviert. Bei meinem Aufenthalt gehörten unter anderem eine Arepa mit Käse, Ei, Obst, Pancakes, frischer Lulo-Saft und Kaffee dazu.

Im Amarla habe ich genau das gefunden, was ich gesucht habe: ein kleines, stilvolles und ruhiges Refugium, mitten im historischen Zentrum.

Masaya Cartagena

Das Masaya Cartagena verbindet Hostel, Hotel, Restaurant und verschiedene Gemeinschaftsbereiche. Im Innenbereich liegt ein begrünter Hof mit Pool, um den sich die Zimmer auf mehreren Etagen verteilen. Durch die Pflanzen und die offene Gestaltung wirkt die Unterkunft trotz ihrer Größe gemütlich und fast wie eine kleine grüne Oase mitten in der Stadt. Zusätzlich gibt es eine Dachterrasse, eine Bar, ein Restaurant und verschiedene Bereiche, in denen du arbeiten, entspannen oder andere Reisende kennenlernen kannst. Gerade für Alleinreisende fand ich dieses Konzept praktisch, weil man Rückzugsmöglichkeiten hat, aber gleichzeitig schnell mit anderen Menschen in Kontakt kommen kann.

Ich übernachtete in einem Sechsbettzimmer mit eigenem Bad. Die einzelnen Betten waren wie größere Schlafkapseln gestaltet und jeweils mit Matratze, Licht und Steckdose ausgestattet, das gab mir wesentlich mehr Privatsphäre als in einem klassischen Schlafsaal mit offenen Etagenbetten. Auch wenn das Masaya eine große Unterkunft mit vielen Zimmern ist, konnte ich mich in meiner Schlafkapsel gut zurückziehen.

Besonders positiv blieb mir das Frühstück in Erinnerung. Ich konnte zwischen mehreren Gerichten wählen. Bei meinem Aufenthalt gab es unter anderem Pancakes, Obst und Bacon. Kaffee konnte ich nachbestellen, was für mich immer ein großer Pluspunkt ist. Regulär kostete das Frühstück während meiner Reise ungefähr 30.000 COP und war eine gute Grundlage für einen längeren Tag in der Stadt.

Auch hier war der Pool für mich wegen der Hitze besonders wichtig. An mehreren Tagen verbrachte ich die heißesten Stunden bewusst in der Unterkunft und ging erst später wieder hinaus. Für mich als Alleinreisende war das Masaya Cartagena genau richtig: zentral, mit Pool, guten Gemeinschaftsbereichen und trotzdem etwas mehr Privatsphäre im Schlafsaal als erwartet.

Ist Cartagena sicher?

Im historischen Zentrum und im touristischen Bereich von Getsemaní fühlte ich mich während meines Aufenthalts überwiegend wohl. Dort sind tagsüber und am Abend viele Touristen unterwegs, die zentralen Straßen sind belebt und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen nah beieinander. Trotzdem solltest du Wertsachen nicht unnötig offen zeigen. In Menschenmengen ist eine geschlossene Tasche vor dem Körper sinnvoller als ein Rucksack mit leicht zugänglichen Außentaschen. Das Smartphone sollte nur dann sichtbar sein, wenn du es tatsächlich benötigst.

Für längere Wege, Fahrten am Abend oder Strecken außerhalb der touristischen Bereiche bieten sich Uber oder ein über die Unterkunft bestelltes Taxi an. Vor dem Einsteigen solltest du das Kennzeichen und die Fahrzeugdaten überprüfen. Bei der Wahl der Unterkunft ist die genaue Lage besonders wichtig. Im historischen Zentrum und in Getsemaní kannst du viele Wege zu Fuß zurücklegen. Eine günstigere Unterkunft weiter außerhalb spart möglicherweise Geld, kann aber dazu führen, dass du abends häufiger auf Fahrdienste angewiesen bist.

Sicherheitstipps für Cartagena

  • Übernachte im historischen Zentrum oder in Getsemaní
  • Frage in deiner Unterkunft nach Straßen, die du abends meiden solltest
  • Nutze für längere Strecken oder späte Wege lieber ein Uber oder ein Taxi über die Unterkunft
  • Laufe nachts nicht allein durch ruhige, unbekannte Wohngebiete

Die restlichen allgemeinen Sicherheitstipps für deine Kolumbien Reise, etwa zu Bargeld, Wertsachen und Co., findest du gesammelt in meinem großen Artikel zur Kolumbien Sicherheit.

Tipp zum sicheren Geldwechseln: Punto Dollar Getsemaní

Fazit: Lohnt sich Cartagena in Kolumbien?

Cartagena sollte bei einer ersten Kolumbien Rundreise meiner Meinung nach nicht fehlen. Ich hab mich in der historischen Altstadt einfach nur noch treiben lassen, Getsemaní hat mich abends mit Streetart und Straßenleben gepackt, und zwischen Bootstour, Kaffeeverkostung und gutem Essen wurde mir dort keine Minute langweilig.

Für die Altstadt und Getsemaní reichen zwei bis drei volle Tage. Möchtest du zusätzlich einen Ausflug zu den Rosario-Inseln unternehmen oder Cartagena bewusst langsamer erleben, solltest du vier bis fünf Tage einplanen.

Die größte Herausforderung war für mich nicht die Orientierung, sondern das Klima. Ich hab die heißesten Stunden einfach für Pausen genutzt und meine Besichtigungen auf den Morgen und späten Nachmittag verteilt, damit ging es mir gleich viel besser. Am meisten mitnehmen würde ich dir eine zentral gelegene Unterkunft mit Pool, denn nach der Hitze draußen war das für mich jeden Tag pure Erholung.

FAQ zu Cartagena Kolumbien

Zu den schönsten Orten gehören die Torre del Reloj, die Plaza de los Coches, die Plaza de la Aduana, die Plaza San Pedro Claver, die Plaza Santo Domingo, der Parque de Bolívar und die bunten Straßen von Centro, San Diego und Getsemaní.

Für die Altstadt und Getsemaní reichen grundsätzlich zwei bis drei volle Tage. Möchtest du zusätzlich die Rosario-Inseln besuchen, einen Strandtag einlegen oder mehrere Touren buchen, würde ich mindestens vier Tage einplanen.

Ich selbst war fünf Nächte in Cartagena. Das passte für mich gut, weil ich wegen der starken Hitze bewusst langsamer reiste und tagsüber regelmäßig Pausen am Pool oder im Hotel einlegte.

Für den ersten Aufenthalt eignen sich die ummauerte Altstadt und Getsemaní am besten. Beide Viertel liegen zentral und viele Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Treffpunkte der Touren sind zu Fuß erreichbar.

  • Centro beziehungsweise die ummauerte Altstadt: Ideal, wenn du möglichst nah an den Kolonialhäusern, Kirchen und großen Plätzen wohnen möchtest
  • Getsemaní: Ideal, wenn du Streetart, Restaurants, Bars und eine lebhaftere Atmosphäre magst

Ja. Während meines Aufenthalts im April lagen die Temperaturen ungefähr zwischen 30 und 35 Grad. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit und die intensive Sonne fühlte es sich teilweise noch heißer an. Plane deshalb genügend Pausen ein und erkunde die Stadt möglichst am Morgen oder am späten Nachmittag.

Ja. Die historische Altstadt innerhalb der Stadtmauern erkundest du am besten zu Fuß. Auch Getsemaní kannst du problemlos vom Centro aus erreichen. Viele Plätze, Kirchen und Gassen liegen nah beieinander. Für längere Strecken stehen Taxis, Fahrdienste wie Uber und das öffentliche Bussystem Transcaribe zur Verfügung.

Ich konnte Cartagena allein bereisen und fühlte mich in den touristischen Bereichen überwiegend wohl. Nachts nutzte ich für längere Strecken Uber und vermied unbekannte, ruhige Wohngebiete.

Die Tour lohnt sich, wenn du lateinamerikanische Musik und eine lebhafte Atmosphäre magst. Für eine ruhige oder romantische Sonnenuntergangsfahrt würde ich eher einen Katamaran oder eine klassische Bootsfahrt wählen.

Die Rosario-Inseln gehören zu den bekanntesten Tagesausflügen ab Cartagena. Angeboten werden klassische Bootstouren mit mehreren Stopps, Katamaranfahrten, Beachclubs und Kombinationen mit Playa Blanca.

Bei einem weiteren Besuch würde ich wahrscheinlich einen Katamaran oder einen ruhigeren Beachclub wählen und dafür einen zusätzlichen Tag einplanen.

Ausblick: Das erwartet dich im nächsten Teil

Nach Cartagena ging meine Reise weiter nach Medellín, deutlich kühler, grüner und mit einer ganz eigenen Energie. Im nächsten Teil zeige ich dir meine Erfahrungen aus der Comuna 13, meine Unterkünfte in El Poblado und meinen Tagesausflug nach Santa Fe de Antioquia.

Weiter geht’s mit Teil 3: 7 Tage in Medellín: Echte Erlebnisse & Touren vor Ort.

Meine Reiseroute durch Südamerika und Antarktis

Wenn du meine komplette Reise verfolgen möchtest, findest du hier die einzelnen Stationen:

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