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Diese Artikelserie über meine Kolumbien Rundreise besteht aus vier Teilen:

Nach fünf Tagen Schwitzen in Cartagena stieg ich aus dem Flugzeug, und die Luft fühlte sich angenehm kühl an. Medellín war die Stadt, in der ich während meiner Kolumbien Rundreise am meisten Zeit verbrachte, und ich freute mich sofort über das mildere Klima und die vielen Möglichkeiten für Touren und Ausflüge.

Insgesamt verbrachte ich sieben Tage in Medellín. Ich besuchte das historische Zentrum, nahm an einer Tour durch die Comuna 13 teil, fuhr mit Metro und Metrocable, unternahm einen Tagesausflug nach Santa Fe de Antioquia und beschäftigte mich bei einer weiteren Führung mit der Geschichte Pablo Escobars.

Sieben Tage waren für mich keineswegs zu lang. Medellín eignet sich gut für einen längeren Aufenthalt, weil sich Stadtbesichtigungen, geführte Touren und Tagesausflüge unkompliziert miteinander verbinden lassen. Gleichzeitig bleibt genügend Zeit für Pausen.

In diesem Artikel findest du meine persönlichen Erfahrungen sowie praktische Medellín Tipps zu Unterkünften, Verkehrsmitteln, Touren, Sicherheit und Ausflügen.

Medellín in 7 Tagen: Route und Highlights

  • El Poblado: Praktischer Ausgangspunkt mit vielen Hotels, Hostels, Restaurants und Cafés
  • Historisches Zentrum: Plaza Botero, Museo de Antioquia und lebhafte Straßen mit Einblicken in die Geschichte der Stadt
  • Comuna 13: Geführte Tour mit Streetart, Rolltreppen und Geschichten über Konflikt, Widerstand und sozialen Wandel
  • Metro und Metrocable: Günstige Möglichkeit, Medellín zu erkunden und die dicht bebauten Berghänge aus einer anderen Perspektive zu sehen
  • Santa Fe de Antioquia: Tagesausflug in eine historische Kolonialstadt mit Hängebrücke, Mittagessen und Pool
  • Pablo-Escobar-Tour: Führung zu Orten, die mit einem schwierigen Teil der jüngeren Geschichte Medellíns verbunden sind
  • La Ceja: Privates Ayurveda- und Yoga-Retreat als ruhiger Abschluss meiner Zeit in der Region

Wo übernachten in Medellín?

Für einen ersten Aufenthalt ist El Poblado eine praktische Ausgangsbasis. Das Viertel bietet eine große Auswahl an Hotels, Hostels, Restaurants und Cafés. Viele Bereiche wirken grün und modern, gleichzeitig kannst du mit Uber oder der Metro andere Teile Medellíns gut erreichen. El Poblado ist allerdings touristischer und meist teurer als andere Viertel.

Eine weniger touristische Alternative ist Laureles. Das Viertel ist für seine grünen Straßen, Cafés und Restaurants bekannt. Wer eine ruhigere Atmosphäre und mehr vom alltäglichen Leben in Medellín erleben möchte, ist in Laureles gut aufgehoben. Auch Envigado kann für einen längeren Aufenthalt interessant sein. Die eigenständige Gemeinde liegt südlich von Medellín und wirkt weniger touristisch. Dafür musst du für einige Sehenswürdigkeiten und Touren längere Fahrtzeiten einplanen.

Keines dieser Viertel ist automatisch vollkommen sicher. Auch in El Poblado oder Laureles solltest du nachts aufmerksam bleiben, ruhige Nebenstraßen meiden und das Handy nicht unnötig offen tragen.

Werbung/Kooperation: Diese Empfehlungen entstanden in Zusammenarbeit, ich habe dort kostenlose Übernachtungen erhalten. Meine Meinung bleibt davon unabhängig und persönlich.

Masaya Medellín

Das Masaya Medellín ist ein großes und modern eingerichtetes Hostel in El Poblado, und für mich als Alleinreisende genau richtig: viele Gemeinschaftsbereiche und Möglichkeiten zum Austausch, aber eben kein einfaches Partyhostel.

Zur Ausstattung gehören eine weitläufige Lounge, eine Gemeinschaftsküche, eine Bar und verschiedene Bereiche zum Arbeiten oder Entspannen. Mein Highlight war die Dachterrasse mit Pool und Jacuzzi. Von dort blickst du auf die umliegenden Gebäude und einen Teil der grünen Berghänge Medellíns, ein toller Ausblick bei Tag und Nacht! Auch das Frühstück war lecker, ich habe fast jeden Tag zwischen dem „Full Power“ und dem „Hippie Frühstück“ gewählt.

Das Masaya ist allerdings deutlich größer als ein kleines familiäres Hostel. Durch die vielen Zimmer und Gäste wirkt die Atmosphäre weniger persönlich. Wer eine überschaubare Unterkunft sucht, findet möglicherweise in einem kleineren Hostel oder Gästehaus das passendere Konzept.

In der Nähe findest du übrigens…

  • Café La Manchuria: Ein gemütliches Café gleich um die Ecke, hier bekommst du erstklassigen kolumbianischen Kaffee aus eigenem Anbau und leckere Snacks
  • Típicos Parce: Die ideale Adresse direkt in der Nachbarschaft, wenn du die echte kolumbianische Küche ausprobieren möchtest. Das unkomplizierte Restaurant ist bekannt für authentische, traditionelle Gerichte wie die berühmte Bandeja Paisa zu fairen Preisen

Hotel Du Parc

Das Hotel Du Parc ist eine gehobenere Unterkunft im Zentrum von El Poblado, perfekt für Reisende mit dem Wunsch nach mehr Platz und klassischer Hotelausstattung. Die Zimmer sind ungewöhnlich geräumig. Mein Zimmer, eine Suite Superior, verfügte über einen Balkon und eine kleine Küchenzeile, was vor allem bei einem längeren Aufenthalt praktisch sein kann. Praktisch, wenn du nicht jeden Tag auswärts essen möchtest oder gerne mal Getränke und kleinere Mahlzeiten im Zimmer vorbereitest.

Zum Hotel gehören außerdem ein Restaurant und ein Spa-Bereich. Das Frühstück wird als Buffet angeboten und war während meines Aufenthalts sehr umfangreich. Die Auswahl reichte von klassischen Eierspeisen, Obst und Gebäck bis zu ungewöhnlicheren Angeboten wie Sushi.

Durch die zentrale Lage befinden sich zahlreiche Restaurants, Cafés und Bars in der Umgebung. Das ist praktisch, wenn du abends zu Fuß essen gehen möchtest. Lärmempfindliche Reisende sollten bei der Buchung nach einem möglichst ruhigen Zimmer fragen, da El Poblado für sein ausgeprägtes Nachtleben bekannt ist.

Anreise nach Medellín und öffentliche Verkehrsmittel

Für die Anreise vom internationalen Flughafen nach Medellín gibt es verschiedene Möglichkeiten. Der Flughafen liegt außerhalb der Stadt bei Rionegro. Am bequemsten sind Uber, Taxi oder ein privater Transfer, diese Möglichkeiten sind jedoch deutlich teurer als der Flughafenbus.

Flughafenbus von Combuses

Der Flughafenbus von Combuses ist die beste Option, wenn du vom Flughafen José María Córdova günstig nach Medellín (El Poblado oder Stadtzentrum) kommen möchtest. Die Busse fahren regelmäßig direkt vor dem Terminal ab und sind deutlich günstiger als Uber oder Taxi.

Das Ticket kannst du direkt am Schalter im Ankunftsbereich kaufen, manchmal stehen Mitarbeiter auch schon direkt bei den Gepäckbändern und verkaufen Tickets. Die Fahrt dauert je nach Verkehr etwa 45 bis 60 Minuten bis zur San Diego Mall in Medellín. Von dort aus musst du für die letzte Strecke in der Regel ein Uber oder Taxi nehmen.

Tipp: Wenn du mit Gepäck reist oder spät ankommst, ist diese Kombination aus Flughafenbus und Uber meist der beste Kompromiss aus Preis und Komfort. Für sehr späte Ankünfte kann Uber direkt bis zur Unterkunft sinnvoller sein.

Öffentliche Verkehrsmittel in Medellín

Medellín verfügt über ein gut ausgebautes Nahverkehrssystem aus Metro, Metrocable, Straßenbahn und Bussen. Für Reisende ist vor allem die Metro praktisch, da sie unter anderem El Poblado mit dem Stadtzentrum und weiteren Teilen Medellíns verbindet. Für Metro, Metrocable und Straßenbahn nutzt du die Cívica-Karte als Zahlungsmittel. Du bekommst sie an den Metrostationen und kannst sie dort direkt mit Guthaben aufladen. Ein klassisches Papierticket für einzelne Fahrten gibt es nicht. Eine einzelne Fahrt kostet derzeit 4.400 COP.

Praktisch ist die Verbindung mit dem Metrocable: Die regulären Seilbahnlinien sind Teil des Metro-Systems und lassen sich mit der Metro kombinieren. Nach meiner Comuna-13-Tour fuhr ich ab San Javier noch mit dem Metrocable weiter und konnte anschließend direkt zurück in die Metro wechseln, ohne erneut für eine separate Fahrt bezahlen zu müssen. Solange du innerhalb des integrierten Systems beziehungsweise des bezahlten Bereichs bleibst, musst du also nicht für jedes Verkehrsmittel ein neues Ticket kaufen.

Achtung: Für das touristische Metrocable der Linie L zum Parque Arví gelten eigene Tarife.

Medellín Sehenswürdigkeiten im historischen Zentrum

Das historische Zentrum von Medellín wirkt deutlich hektischer und weniger touristisch als El Poblado. Gleichzeitig findest du hier einige der wichtigsten kulturellen und geschichtlichen Orte der Stadt. Zu den bekanntesten Medellín Sehenswürdigkeiten gehört die Plaza Botero mit den charakteristischen Skulpturen des kolumbianischen Künstlers Fernando Botero. Direkt am Platz befindet sich das Museo de Antioquia, das sich unter anderem der Kunst und Geschichte der Region widmet. Weitere interessante Orte sind der Parque Berrío, die Fußgängerstraße Junín, das Verwaltungszentrum La Alpujarra und der Parque de las Luces. Die einzelnen Stationen liegen relativ nah beieinander, allerdings können die Straßen sehr voll und unübersichtlich sein.

Für den ersten Besuch bietet sich deshalb eine geführte Tour an. Die kostenlose Komplettführung durch das historische Zentrum von Medellín mit Audiosystem* verbindet die wichtigsten Plätze und Gebäude mit Informationen über die Paisa-Kultur, die industrielle Entwicklung und die Konflikte, die Medellín über Jahrzehnte prägten.

Achtung: Während einer Tour, an der ich teilnahm, wurde einer anderen Teilnehmerin das Handy aus der Tasche gestohlen. Das historische Zentrum musst du deshalb nicht grundsätzlich meiden, du solltest Wertsachen aber geschlossen und möglichst nah am Körper tragen.

Weiterer Tipp – Gewalt- und Nachkonflikttour*: Bei diesem etwa zweieinhalbstündigen GuruWalk läufst du vom Parque San Antonio bis zum Museo Casa de la Memoria. Die Tour beleuchtet die tiefgründige Geschichte der Gewalt vor, während und nach dem Medellín-Kartell und versteht sich ausdrücklich nicht als klassische Pablo-Escobar-Tour.

Auch für weitere Stadtführungen und Themen-Touren durch Medellín lohnt sich ein Blick auf GuruWalk*. Dort findest du eine große Auswahl an kostenlosen, spendenbasierten Touren mit lokalen Guides, von klassischen Stadtrundgängen bis zu thematischen Führungen.

Comuna 13: Tour mit Impulse Travel

Die Tour mit Impulse Travel durch die Comuna 13 gehörte für mich zu den interessantesten Erlebnissen in Medellín. Die Stadt ist in 16 Comunas unterteilt, die wiederum aus verschiedenen Nachbarschaften bestehen. Zur Comuna 13 gehören demnach 23 Nachbarschaften, von denen jedoch nur wenige regelmäßig von Reisenden besucht werden. Die bekannten Rolltreppen, Wandmalereien und Aussichtspunkte zeigen also nur einen kleinen Teil des gesamten Viertels.

Seit 2011 gibt es übrigens die Freiluft-Rolltreppen, die den Wandel des Viertels erst möglich gemacht haben. Vor dem Bau galt das Viertel als eines der gefährlichsten Drogen- und Krisengebiete weltweit!

Während der Führung liefen wir durch enge und teilweise sehr steile Straßen. Die öffentlichen Rolltreppen wurden ursprünglich gebaut, um den Bewohnern den beschwerlichen Weg durch das Viertel zu erleichtern. Heute sind sie gemeinsam mit den Graffitis, kleinen Geschäften, Galerien und Straßenkünstlern zu einem Symbol für die Veränderung der Comuna 13 geworden.

Die Geschichte des Viertels ist von Vertreibung, Konflikten und Gewalt geprägt. Gleichzeitig stehen bei vielen heutigen Touren die Widerstandskraft der Bewohner, lokale Initiativen sowie Streetart und Hip-Hop als Ausdrucksformen für Erinnerung, Hoffnung und Veränderung im Mittelpunkt.

Besonders gut gefällt mir das soziale Konzept der Tour: Mit der Teilnahme wird die fortlaufende Arbeit von Proyecto Comuna unterstützt. Die lokale gemeinnützige Organisation bietet unter anderem kostenlose Workshops in Musik, Kunst, Sprachen und digitalen Fähigkeiten an und verbessert nach Angaben von Impulse Travel die Lebensqualität von mehr als 300 Bewohnern der Comuna 13.

Für mich war wichtig, die Comuna 13 nicht nur als bunte Kulisse für Fotos wahrzunehmen. Hinter den Rolltreppen, Graffitis und Tanzvorführungen stehen echte Lebensgeschichten und ein bewohntes Viertel. Mein Tipp: Mache also unbedingt eine Tour mit einem lokalen Guide!

Tagesausflug nach Santa Fe de Antioquia

Santa Fe de Antioquia ist eine historische Kolonialstadt westlich von Medellín. Der Ort ist für seine weiß gestrichenen Häuser, Holzbalkone, gepflasterten Straßen und farbenfrohen Türen bekannt. Ich besuchte Santa Fe de Antioquia bei einem Tagesausflug mit Way Colombian Tours. Der erste Stopp war die Puente de Occidente, eine historische Hängebrücke über den Río Cauca. Anschließend ging es weiter in das Zentrum der Stadt. Zu den wichtigsten Orten gehören der Hauptplatz Simón Bolívar, die Basílica de Santa Fe de Antioquia und die Iglesia de Santa Bárbara. Für einen Rundgang solltest du leichte Kleidung, ausreichend Wasser und einen guten Sonnenschutz einpacken.

Im Anschluss ging es zu einer Finca außerhalb des Zentrums. Dort gab es Mittagessen und Zeit am Pool, bevor wir am späten Nachmittag nach Medellín zurückkehrten. Mir gefiel die Mischung aus Stadtbesichtigung, Landschaft und entspannter Pause.

Der Ausflug eignet sich besonders, wenn du koloniale Architektur sehen und Medellín für einen Tag verlassen möchtest.

In Santa Fe de Antioquia war es übrigens deutlich heißer als in Medellín. Die Stadt liegt tiefer und besitzt ein warmes Klima mit Temperaturen zwischen etwa 25 und 35 Grad. Während Medellín für sein angenehm mildes Frühlingsklima bekannt ist, spürte ich in Santa Fe bereits beim Rundgang durch die Altstadt die intensive Hitze. Eine Kopfbedeckung, ausreichend Wasser und Sonnenschutz sind für den Ausflug deshalb besonders wichtig.ng, ausreichend Wasser und Sonnenschutz sind für den Ausflug deshalb besonders wichtig.

Pablo-Escobar-Tour

Über GetYourGuide buchte ich die Pablo-Escobar-Tour mit lokalem Bier und Escobar-Museum*. Die etwa vierstündige Tour führte zu mehreren Orten, die mit seinem Leben, seinem Tod und den Folgen des Medellín-Kartells verbunden sind. Zu den Stationen gehörten der Friedhof Jardines Montesacro, das Museum Beyond Escobar sowie der Parque de Inflexión, der sich auf dem früheren Gelände des Edificio Mónaco befindet und heute an die Opfer der Kartellgewalt erinnert.

Eine solche Tour kann dabei helfen, einen schwierigen Teil der jüngeren Geschichte Medellíns besser zu verstehen. Entscheidend ist allerdings die Perspektive des Anbieters. Pablo Escobar sollte nicht als schillernde Gangsterfigur dargestellt oder verherrlicht werden.

Unser Guide erklärte, dass viele Menschen in Medellín die internationale Faszination für Escobar kritisch sehen. Während der Führung wurden außerdem unterschiedliche Versionen seines Todes angesprochen. Da einzelne Darstellungen umstritten sind, sollten sie nicht als eindeutig bewiesene Tatsachen verstanden werden. Ein weiteres Thema waren die von Escobar nach Kolumbien gebrachten Flusspferde. Ihre Nachkommen haben sich stark vermehrt und stellen heute ein ökologisches Problem dar.

Die Tour ist eine mehrstündige Führung zu Orten, die mit Escobars Leben und den Folgen des Medellín-Kartells verbunden sind. Vor der Buchung würde ich darauf achten, dass eine Tour nicht nur Escobars Privatleben behandelt, sondern auch die Gewalt, die Opfer und die langfristigen Folgen für Medellín einordnet.

Beliebte Medellín Touren und Ausflüge

Medellín bietet eine große Auswahl an Stadtführungen und Tagesausflügen. Einige Touren habe ich selbst gemacht, andere eignen sich als Ergänzung für einen längeren Aufenthalt.

Mein Tipp: Exotische Obsttour: Probiere, was du noch nie gegessen hast*: Diese Tour bietet eine Verkostung kolumbianischer Exotenfrüchte, geführt von Einheimischen. Teilnehmer probieren unbekannte Obstsorten und erhalten Einblicke in die lokale Landwirtschaft

Graffiti-Tour durch die Comuna 13, Seilbahn & Streetfood:* Geführter Rundgang mit Graffitis, Rolltreppen, lokalen Geschichten und Einblicken in den gesellschaftlichen Wandel des Viertels

Medellin Real Football Tour*: Bietet Einblicke in die kolumbianische Fußballkultur inklusive eines Stadionbesuchs, eines Trikots und Fan-Erlebnissen vor Ort. Die Tour ermöglicht es, die Leidenschaft im Atanasio-Girardot-Stadion wie ein Einheimischer zu erleben

Guatapé und Piedra del Peñol:* Ganztägiger Ausflug zum farbenfrohen Ort Guatapé, zum Stausee und zum bekannten Peñol-Felsen

Kaffeetour in der Umgebung Medellíns:* Besuch einer Kaffeefarm mit Einblicken in Anbau, Ernte, Verarbeitung und Verkostung

Event-Tipp: Feria de las Flores

Die Feria de las Flores findet normalerweise Ende Juli oder Anfang August statt. Höhepunkt des Blumenfestivals ist der Desfile de Silleteros, bei dem Blumenbauern aus Santa Elena aufwendig gestaltete Blumenarrangements durch Medellín tragen. Zusätzlich finden in der Stadt Konzerte, Märkte und weitere Veranstaltungen statt.

Ayurveda- und Yoga-Retreat

Eine ruhige Ergänzung zu einem längeren Aufenthalt in Medellín ist das private Sukha Ayurveda- und Yoga-Retreat in La Ceja. Der Ort liegt außerhalb der Stadt und etwa 45 Minuten vom internationalen Flughafen entfernt. Das reguläre Retreat dauert vier Tage und drei Nächte. Yoga, Anwendungen und Mahlzeiten werden individuell auf die persönliche ayurvedische Konstitution abgestimmt. Zum Programm gehören unter anderem Yoga-Einheiten, eine Abhyanga-Massage mit warmem Öl, ein Kräuterdampfbad, frisch zubereitete Mahlzeiten und ein rund zehnstündiger Schweigetag. Wer komplett abschalten möchte, kann sein Handy für die Dauer des Retreats sogar an der Rezeption abgeben und ganz bewusst digital detoxen.

Ich habe mich für eine verkürzte Variante mit zwei Übernachtungen entschieden, perfekt, um das Konzept kennenzulernen. Nach den intensiven Tagen in Medellín war die Ruhe dort der ideale Kontrast. Der Mix aus Yoga, Massagen, Dampfbad und gesundem Essen tat einfach nur gut. Mein privates Apartment hatte sogar eine eigene Küche und Außendusche (auch über Airbnb gelistet), viel mehr Privatsphäre geht kaum, gerade im Vergleich zu einem typischen Gruppen-Retreat. Auch schön: Begleitpersonen und sogar Haustiere sind willkommen.

Geführt wird das Ganze von Christian, der sich persönlich um jeden Programmpunkt kümmert und alles flexibel auf dich abstimmt. Bei mir hat er sofort ein starkes Pitta-Dosha – das Feuerelement – gespürt. Das fasziniert mich total, weil es eins zu eins zu meiner Astrologie passt, da auch mein Sternzeichen und mein Aszendent komplett im Element Feuer stehen. Um diese Hitze auszugleichen, gab es für mich beim Essen ganz gezielt erdende Zutaten, die mich wieder voll in die Balance gebracht haben.

Auf der Anlage leben außerdem sechs Hunde, und gelegentlich helfen Freiwillige vor Ort mit. Das reguläre 4-Tage/3-Nächte-Programm kostet normalerweise rund 750 US-Dollar. Schreib Christian für die flexiblen Termine am besten einfach direkt an: Sukha Ayurveda & Yoga Retreat.

Sicherheit in Medellín

Ich fühlte mich in El Poblado, in der Metro, bei meinen geführten Touren und im touristischen Teil der Comuna 13 überwiegend wohl. In der Metro war es oft heiß und voll, aber auch dort ist viel Polizei präsent, mir ist dort nie etwas passiert. Das bedeutet jedoch nicht, dass du dich überall unbesorgt bewegen solltest. Wie mein Erlebnis im historischen Zentrum zeigt (siehe oben), sind gerade Menschenmengen, Metrostationen und volle Straßen die Bereiche, in denen du am wachsamsten sein solltest.

Auch El Poblado und Laureles sind nicht automatisch komplett sicher. Beide Viertel sind bei Reisenden extrem beliebt und entsprechend belebt, Diebstähle und Überfälle kommen aber trotzdem vor. Nachts solltest du ruhige Nebenstraßen meiden und keine größeren Geldbeträge oder auffälligen Wertgegenstände mit dir herumtragen. Für Fahrten am Abend, längere Strecken und Wege mit Gepäck habe ich immer Uber genutzt.

Mit einer gut gelegenen Unterkunft, einer gesunden Portion Aufmerksamkeit und Uber für bestimmte Wege konnte ich Medellín aber völlig problemlos allein und überwiegend entspannt erkunden. Die restlichen allgemeinen Sicherheitstipps für deine Kolumbien Reise findest du gesammelt in meinem großen Artikel zur Kolumbien Sicherheit.

Wetter in Medellín

Medellín wird wegen seines angenehm milden Klimas häufig als „Stadt des ewigen Frühlings“ bezeichnet. Während meines Aufenthalts im April lagen die Temperaturen meistens zwischen 15 und 22 Grad.

Es war häufig bewölkt und fast jeden Tag hat es für ein bis zwei Stunden kräftig geregnet. Die Schauer hielten jedoch meist nicht den gesamten Tag an. Eine leichte Jacke und ein kompakter Regenschirm gehörten deshalb immer in den Tagesrucksack. Durch die Höhenlage fühlt sich Medellín deutlich angenehmer an als Cartagena oder Santa Fe de Antioquia.

Fazit: Lohnt sich Medellín für 7 Tage?

Ja, eine Woche in Medellín war für mich keineswegs zu lang, mir ist dort nie langweilig geworden. Am meisten fasziniert hat mich die enorme Transformation der Stadt: In den 1980er und 90er Jahren galt Medellín noch als die gefährlichste Stadt der Welt. Heute überzeugt sie mich weniger durch eine klassische historische Altstadt, sondern durch ihre extremen Gegensätze, das moderne El Poblado, die dicht bebauten Berghänge, das geniale Metro- und Seilbahnsystem, die bewegende Geschichte der Comuna 13 und die Natur direkt vor der Tür.

Für die reinen Hauptsehenswürdigkeiten reichen ungefähr drei bis vier Tage. Möchtest du zusätzlich die Comuna 13 ausführlich besuchen, Tagesausflüge nach Santa Fe de Antioquia oder zum Felsen von Guatapé unternehmen und die Stadt ohne Zeitdruck auf dich wirken lassen, sind fünf bis sieben Tage perfekt.

Am meisten würde ich dir eine Unterkunft in El Poblado oder Laureles ans Herz legen, dazu die Tour durch die Comuna 13, die hat mich am längsten beschäftigt, und mindestens eine Fahrt mit Metro und Metrocable, dann bekommst du die Stadt aus einer ganz anderen Perspektive zu sehen.

FAQ zu Medellín

Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und eine Tour durch die Comuna 13 reichen drei bis vier Tage. Möchtest du zusätzlich einen Tagesausflug unternehmen und die Stadt ohne Zeitdruck erleben, würde ich fünf bis sieben Tage einplanen.

El Poblado eignet sich besonders für einen ersten Aufenthalt, da es viele Unterkünfte, Restaurants und Cafés gibt. Laureles ist eine ruhigere und weniger touristische Alternative. Envigado kann sich für längere Aufenthalte eignen, liegt aber weiter von einigen Sehenswürdigkeiten entfernt.

Der touristische Bereich der Comuna 13 wird täglich von vielen Reisenden besucht. Ich fühlte mich während meiner geführten Tour wohl. Da es sich jedoch um ein großes bewohntes Viertel handelt, würde ich für den ersten Besuch eine Tour mit einem lokalen Guide empfehlen.

Ja. Ohne Guide hätte ich die Graffitis und die Geschichten über den Wandel des Viertels nur oberflächlich verstanden. Lokale Guides können erklären, welche Ereignisse hinter den Kunstwerken stehen und wie sich die Comuna 13 verändert hat.

Der Ausflug lohnt sich, wenn du koloniale Architektur sehen und für einen Tag aus Medellín herauskommen möchtest. Mir gefiel die Mischung aus Hängebrücke, historischem Zentrum, Mittagessen und Pool.

Ich fuhr mit einem Bus des Unternehmens Combuses vom Flughafen José María Córdova bis zur San Diego Mall. Das Ticket kostete während meiner Reise 20.000 COP. Von San Diego nahm ich ein Uber bis zu meiner Unterkunft in El Poblado.

Das hängt stark vom Anbieter ab. Eine respektvolle und sachliche Tour kann helfen, einen wichtigen und schmerzhaften Teil der Geschichte Medellíns zu verstehen. Sie sollte Escobar jedoch nicht verherrlichen, sondern auch die Gewalt, die Opfer und die langfristigen Folgen für die Stadt einordnen.

Ausblick: Das erwartet dich im nächsten Teil

Nach den grünen Bergen und der bewegten Geschichte Medellíns ging meine Reise weiter nach Bogotá, deutlich kühler, hektischer und nochmal ganz anders als alles davor. Im letzten Teil dieser Serie zeige ich dir meine Erfahrungen aus La Candelaria, die beste Streetfood-Tour der ganzen Reise und den Ausblick vom Monserrate.

Weiter geht’s mit Teil 4: Bogotá Tipps: So entdeckst du die Hauptstadt Kolumbiens.

Meine Reiseroute durch Südamerika und Antarktis

Wenn du meine komplette Reise verfolgen möchtest, findest du hier die einzelnen Stationen:

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